Bearbeitet April 2020

Alle Jahre wieder dieses leidige Thema. Wie schütze ich meinen Hund effektiv gegen Zecken? Denn leider stehen wir immer wieder vor dem Dilemma: ein chemischer Zeckenschutz oder eine natürliche Variante?
Ein sehr emotionales Thema wie ich finde. Deshalb möchte ich dir im Folgenden, die gängigsten Möglichkeiten auflisten. So kannst du dir einen umfangreichen Überblick über die einzelnen Zeckenschutz-Möglichkeiten verschaffen.

Aber fangen wir zunächst bei den Zecken selbst an:

Allgemeines zu den Zecken

Zecken gehören zu den Spinnentieren und insgesamt gibt es über 850 verschiedene Arten.
Dabei unterscheidet man 2 große Gruppen:
die Lederzecken und die Schildzecken.

Lederzecken

Die Lederzecken sind eher sackartige Zecken. Denn sie haben keinen Chitinpanzer und fühlen sich daher auch weich an. In Deutschland spielen die Taubenzecken eine Rolle. Diese Zeckenart lebt in Ställen, Nestern und Ritzen. Außerdem sind sie nachtaktiv. Und so überraschen ihren Wirt also während dieser schläft.

Die Taubenzecken, der Name verrät es schon, kommen überwiegend beim Geflügel (Tauben) vor. Wenn sie jedoch keine Nahrung finden, fallen sie auch Menschen und andere Tiere an – das ist aber wirklich nur die Ausnahme. Eine weitere faszinierende Eigenschaft: Ohne Nahrung können Lederzecken bis zu 10 Jahre überleben – Sie sind also wahre Überlebenskünstler!

Schildzecken

Die Gattung, die uns Menschen und unsere Hunde eher betrifft, sind die Schildzecken, zu denen der gemeine Holzbock, die Igelzecke, die Schafzecke, braune Hundezecke, Auwaldzecke oder Rinderzecke gehören.
In Deutschland gehört der Holzbock zur gängigsten Art. Außerdem hat sich in den letzten Jahren außerdem noch die Auwaldzecke und die braune Hundezecke (die eigentlich aus dem Mittelmeerraum stammt) bei uns etabliert.
Dabei hat die braune Hundezecke die unangenehme Eigenschaft, sich nicht nur im Wald oder dichten Büschen aufzuhalten, sondern sie fühlt sich auch in Wohnungen oder Häusern zu Hause und kann sich dort vermehren bzw. überwintern.

Zecken übertragen Krankheiten

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10 Fakten über Zecken

Denn Zecken können während des Saugakts, sowohl auf Menschen wie auch auf Tiere, gefährliche Krankheiten übertragen.
Zu den gefährlichen Krankheiten gehören: Borreliose, Babesiose, Leishmaniose, Herzwurmerkrankungen, Unterhautfadenwürmer, Anaplasmose, Ehrlichose oder FSME (Frühsommer Encephalomeningitis).

Wusstest du z. B. das die Hepatozoonose, auch eine Infektionskrankheit, die von Zecken übertragen wird und bisher auf dem Mittelmeerraum beschränkt war, allein durch das Herunterschlucken der Zecke, die Krankheit verursacht?
Deshalb solltest du deinen Hund nach jedem Spaziergang auf Zecken untersuchen und ihn mit einem Zeckenschutz behandeln!
Übrigens, bevorzugte Stichstellen beim Hund sind: Schenkel- sowie Ellbogenfalte, Ohrränder, Schnauze und zwischen den Zehen.

Zecken mögen es warm und feucht

Insgesamt lieben es Zecken eher warm und feucht. Dabei werden in der Regel erst ab einer Temperatur von ca. 10 Grad aktiv. Die eigentliche Zeckensaison dauert daher von ca. März bis Oktober/ November an.
Sie bevorzugen Randbereiche oder Lichtungen in Laub- und Mischwäldern, Bachränder, Gebüsche oder hohes Gras.

Übrigens: Der weitverbreitete Glaube, Zecken fallen von den Bäumen ist falsch.

Denn Zecken halten sich meist auf der Höhe des Hundes auf und warten dort einfach auf den richtigen Moment. Aufmerksam werden Zecken durch ein besonderes Sinnesorgan (Hallersches Organ) mit dem sie Geruchsreize (wie Ammoniak, Kohlendioxid oder Buttersäure – alles im Schweiß enthalten) wahrnehmen. Genauso reagieren Zecken auf Vibration oder Veränderungen der Lichtverhältnisse. Wenn der Wirt dann z. B. den Busch streift, heften sich die Zecken an ihn. Anschließend krabbeln sie auf dem Wirt herum, bis sie eine geeignete Stelle zu Einstich gefunden haben. Während der Blutmahlzeit kann eine Zecke bis zum 200-fachen ihres eigenen Körpergewichts an Blut zu sich nehmen.

 

Ab und an liest man, dass vor allem kranke Hunde anfällig für Zecken sind. Aber auch dies ist so nicht korrekt. Es geht hierbei vielmehr um die individuelle Zusammensetzung des Schweißes und des eigenen Körpergeruchs. Das macht dich oder deinen Hund entweder attraktiv für Zecken oder eben nicht.

Wie entferne ich eine Zecke richtig?

Sobald du bei deinem Hund eine Zecke entdeckt hast, solltest du sie auch entfernen. Denn bis eine Zecke mögliche Krankheitserreger überträgt, dauert es meist mehrere Stunden oder gar Tage. Beim Entfernen der Zecke ist es am wichtigsten, ihr möglichst wenig Stress zuzuführen. Denn bei Stress erhöht sich das Risiko, dass sie Krankheitserreger absondert.

Es gibt mehrere Möglichkeiten eine Zecke zu entfernen, z. B. mittels einer Zeckenkarte, einer Zeckenzange oder einer normalen Pinzette. Auch das Entfernen der Zecke mit Fingern ist möglich, dabei sollte nur beachtet werden, dass die Zecke nicht gequetscht wird, denn dadurch wird sie vermehrt Speichel absondern.
Also, greife die Zecke möglichst nah an der Haut und ziehe sie vorsichtig sowie gleichmäßig aus der Haut. Dabei kann einige Sekunden dauern, bis sich die Zecke löst. Vermeide ruckartiges abziehen. Dies erhöht die Gefahr des Abreißens.

Danach solltest du die Zecke abtöten. Dazu gibt es mehrere Möglichkeiten:

  • einfrieren (für 24 Stunden bei Minus 20 Grad)
  • in hochprozentigem Alkohol ertränken
  • mit einem Gegenstand (z.B. Glas) zerquetschen

Übrigens, Zecken können bis zu 3 Wochen unter Wasser überleben. Das Herunterspülen der Zecke in die Toilette wird sie also nicht töten!

Bei Bedarf, kann die Zecke auch aufbewahrt und beim Tierarzt bestimmt und ggf. beim Labor eingesendet werden. So lassen sich mögliche Krankheitserreger bestimmen.

Verzichte auf Öl, Klebstoff oder Alkohol vor der Zeckenentfernung. Denn dadurch wird sie in einen Stresszustand versetzt, was zu vermehrter Speichelabsonderung führt und somit das Risiko mögliche Krankheitserreger zu übertragen, erhöht.
Sobald du die Zecke entfernt hast, beobachte für einige Tage die Einstichstelle. Zeigt dein Hund nach dem Zeckenbiss Fieber, Mattigkeit oder Appetitlosigkeit, solltest du deinen Tierarzt aufsuchen.

Insgesamt kann man also sagen, am besten ist es, den Zeckenbiss komplett zu vermeiden. Dafür gibt es unzählige Präparate als Zeckenschutz auf dem Markt. Die gängigen stelle ich dir nun vor.

„Chemie-haltige“ Zeckenschutz-Mittel

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen Spot-on Präparaten und Halsbändern. Daneben gibt es noch die Möglichkeit ein Spray oder Tabletten zu nutzen.

Allen gemein, sie enthalten ein Nervengift, welches die Zecken und andere Parasiten davon abhalten soll, deinen Hund zu befallen.

Die Halsbänder müssen ständig getragen werden, um eine ausreichende zeckenabwehrende Wirkung zu gewährleisten. Jedoch sollte ein allzu intensiver Kontakt vermieden werden. Außerdem sind dieser Halsbänder toxisch für Wasserorganismen, das bedeutet, der Hund sollte damit nicht schwimmen gehen, um Fische und Co. nicht zu gefährden.

Grundsätzlich finde ich diese Halsbänder super, da sie meistens eine tolle Wirksamkeit haben und vor allem sehr lange wirken! Jedoch finde ich auch, wenn man viel mit seinem Hund kuschelt, dieser mit im Bett schläft oder kleine Kinder im Haushalt leben, ist die Gefahr schon hoch, ständig selbst mit den Wirkstoffen in Kontakt zu kommen.

Darüber hinaus gibt es Spot-on Präparate. Sie werden direkt auf der Haut des Hundes aufgetragen. In der Regel eignet sich hierfür der Nacken oder der Bereich zwischen den Schulterblättern. Denn die Hunde sollten sich das Präparat nicht ablecken können. Wenn der Hund viel Fell hat, muss zum Auftragen das Fell gut gescheitelt werden. Nur so gelangt der Wirkstoff auf die Haut. Achte außerdem darauf, dass du den Kontakt mit deinen Händen vermeidest. Deshalb gilt auch: Frisch behandelte Hunde sollten erstmal nicht im „Auftragungsbereich“ geknuddelt werden.

 

In diesen Fällen solltest du vorsichtig sein

Wenn im Haushalt nicht nur Hunde leben, sondern auch Katzen, sollte man besonders aufmerksam bei der Präparatewahl sein. Denn ein Permethrin-haltigen Zeckenschutz ist giftig für Katzen! Ihnen fehlt das Enzym, um den Wirkstoff abzubauen und so führen selbst geringe Mengen zu schweren Vergiftungserscheinungen.

Achte also darauf, dass deine Katze niemals Kontakt zu diesen Zeckenschutz-Präparaten hat. Empfehlenswert ist es eh, ein ganz  anderes Mittel zu wählen.

Außerdem sollten Hunde, die Hautkrankheiten oder offene Verletzungen leiden, keine Spot-on Präparate erhalten.

Darüber hinaus eigenen sich manche Präparate nicht zur Anwendung bei trächtigen oder säugenden Hündinnen.

Außerdem sollte der Hund in den ersten Tagen nach der Anwendung, nicht baden. Bei manchen Präparaten ist das Baden eh tabu, zum einen, weil manche die wasserlebenden Organismen schädigen oder es dadurch seine Wirksamkeit verliert.

Damit ein durchgehender Zeckenschutz gewährleistet ist, muss auf eine lückenlose Behandlung geachtet werden. Beachte hierzu die präparatespezifische Wirkdauer.

Hier einige der gängigsten Zeckenschutz-Mittel:

Frontline

Enthält den Wirkstoff Fipronil, der das Nervensystem von wirbellosen Tieren (wie Zecken) angreift und so zum Tode führt. Außerdem wirkt Frontline auch gegen Flöhe. Da es toxisch gegenüber wasserlebenden Organismen ist, sollte der Hund damit nicht in Gewässern baden. Frontline hat keine repellierende Wirkung (abhaltende, abschreckende Wirkung), sodass die Zecke im Idealfall beim ersten Haut-, Fellkontakt oder Biss abstirbt. Es ist ein Spot-on Präparat.

Exspot

Exspot (Spot-on Präparat) enthält Permethrin und sollte somit auf gar keinen Fall bei Katzen angewendet werden. Da Exspot eine repellierende Wirkung hat, sollten Zecken gar nicht erst auf den Hund gelangen. Wenn doch, stirbt diese durch den Kontakt mit dem behandelten Hund. Exspot wirkt nicht nur gegen Zecken, sondern auch gegen Flöhe und Schmetterlingsmücken. Deshalb bietet es einen eingeschränkten Schutz gegen Leishmaniose. Auch bei Exspot behandelten Hunden gilt: Wasserverbot.

Advantix

Advantix enthält 2 Wirkstoffe: Permethrin und Imidacloprid. Somit sollte auch dieses Spot-on Präparat nicht bei Katzen angewendet werden. Advantix hat eine repellierende Wirkung auf Zecken, Flöhe und Stechmücken. So wie auch bei den oben genannten Präparaten sollte der Hund damit nicht baden gehen.

Effipro

Enthält den Wirkstoff Fipronil und wirkt als Spot-on gegen Zecken und Flöhe. Da es keine repellierende Wirkung besitzt, besteht die Möglichkeit, dass die Zecken erst nach dem Biss absterben. Auch Effipro ist toxisch gegenüber Wasserorganismen.

Scalibor

Das Scaliborhalsband enthält Deltamethrin als Wirkstoff und schützt Hunde als Repellent gegen Zecken, Sand- und Schmetterlingsmücken, sowie gegen Stechmücken. Dadurch kommt das Halsband auch bei Reiseaufenthalten infrage, um den Hund gegen Dirofilariose (Herzwürmer), Leishmaniose, Ehrlichose oder Babesiose zu schützen. Katzen sollten jedoch wieder ferngehalten werden, da eine Intoxikation möglich ist. Wie die anderen auch ist es toxisch gegenüber Fischen etc.
Darüber hinaus hat das Halsbands eine sehr lange Wirkdauer von 6-8 Monaten.

Seresto

Bei dem Halsband Seresto kommen Imidacloprid und Flumethrin zum Einsatz. Somit schützt es den Hund gegen Zecken, Flöhe und Haarlinge. Es wirkt repellierend gegenüber Zecken und hat eine lange Wirksamkeit von bis zu 8 Monaten. Auch Seresto ist toxisch gegenüber Wasserorganismen.

Bravecto

Heiß diskutiert in den letzten Jahren, darf Bravecto natürlich nicht fehlen.
Bravecto gibt es als Tablettenform und enthält den Wirkstoff Fluralaner. Es wirkt gegen Flöhe und Zecken. Diese müssen am Hund anheften und mit der Nahrungsaufnahme beginnen, um dem Wirkstoff ausgesetzt zu werden. In den letzten Jahren wurde in zahlreichen sozialen Medien und im TV  über die Nebenwirkungen von Bravecto diskutiert.
Von schweren Nebenwirkungen bis hin zum Tod von Hunden wurde berichtet. Fakt ist, dass Bravecto, genauso wie alle anderen chemie-haltigen Zeckenschutz-Mitteln (Antiparasitika), Nebenwirkungen haben kann. Die Arzneimittelagentur EMA stufte „unerwünschte Nebenwirkungen“ mit selten ein und „schwerwiegende Nebenwirkungen“ mit sehr selten. Zudem unterliegen alle Medikamente einer permanenten Überwachung. MSD hat hierfür eine eigene Homepage erstellt und auf die Kritik geantwortet.
Eine Übersicht zu den aktuellen Studien zu Bravecto findest du hier.

Collies und der MDR 1 Gendeffekt

Der MDR 1-Gendefekt ( Multi Drug Resistance) steht für Hunde, die für bestimmte Substanzen eine durchlässigere Blut-Hirn-Schranke haben als normale Hunde. Dadurch kommt es bei bestimmten Medikamenten zu einer extrem hohen Konzentration des Arzneimittels im Gehirn. Dem MRD 1- Gendeffekt kam man in den 90er Jahren auf die Schliche, als Ivermectin (Antiparasiktum) auf den Markt kam und bei vielen Collies zu schweren Vergiftungen bis hin zum Tode führte.

Jedem der solch einen „Risiko“ Hund hat, kann ich nur raten, ihn testen zu lassen (mittels Blutuntersuchung). Ich habe Hugo auch testen lassen, da ich mir nicht sicher bin, welche Rassen bei ihm mitgespielt haben. Und die lange Nase kam mir dann doch verdächtig collieartig vor 🙂
Aber wir hatten Glück. Hugo ist MDR 1 +/+, d.h. negativ. Neben negativ gibt es auch noch heterozygot, d. h. ein Elterntier war Träger und der Hund kann somit sensibler auf bestimmte Medikamente reagieren als andere (MDR 1 +/-). Positiv bedeutet, der Defekt wurde von beiden Elterntieren an den Hund weitergegeben (MDR 1 -,-). Der Hund ist somit höchstwahrscheinlich stark sensibel gegenüber bestimmte Arzneimittel. Sobald der Hund heterozygot MRD 1 Gendeffekt Träger ist, sollten nur speziell getestete Zeckenschutz-Präparate genutzt werden!

Darüber hinaus sollte man sich als Hundehalter überlegen, welche Medikamente man wirklich braucht und auf welche man verzichten kann!

Rassen
, die am ehesten vom MRD 1-Gendefekt betroffen sein können, sind:
Collies, Whippets, Australian Shepherds, Shelties, Wäller, Weiße Schäferhunde, Bobtails, Deutsche Schäferhunde, Border Collies und natürlich deren Mischlinge.

Welche Antiparasitika sollten vermieden werden?

Makrozyklische Laktone, wie Ivermectine und andere (Doramectin, Selamectin, Moxidectin, Milbemycinoxim).

Als Pferde- und Hundehalterin (bzw. auf Spaziergängen) solltest du beachten, dass wenn die Pferde im Stall mit eins der genannten Mittel entwurmt werden und du einen Hund mit MDR 1-Gendefekt hast, kann auch die Aufnahme der Pferdeäpfel schon ausreichen, um schlimme Vergiftungen herbeizurufen.

Wir hatten in der Klinik, leider schon oft Hunde mit einer Vergiftung, aufgrund eines MDR 1-Gendefekt in Behandlung.

Natürlicher Zeckenschutz

Kokosöl

Die in dem Kokosöl enthaltene Laurinsäure soll eine abschreckende Wirkung auf Zecken haben. Dazu sollte das Kokosöl jedoch einen hohen Anteil (60 %) an Laurinsäure beinhalten.
Dabei wird empfohlen, dass Kokosöl vor dem Spaziergang direkt auf dem Hund aufzutragen (Beine, Bauch, Beininnenseiten, Kopf, Hals, Nacken und Ohren). Nach einigen Stunden verschwindet die fettige Textur von selbst wieder. Studien konnten eine repellierende Wirkung beim Menschen nachweisen. Jedoch ist die Wirksamkeit deutlich kürzer.

Schwarzkümmelöl

Durch einem Schüler wurden die zeckenabwehrenden Eigenschaften, bei „Jugend forscht“ 2014 entdeckt. Denn Schwarzkümmelöl ist reich an ätherischen Ölen. Sein wichtigster Bestandteil ist Thymoquinom.
Grundsätzlich gilt: Schwarzkümmelöl sollte nicht an tragende Hündinnen verfüttert werden und da die ätherischen Öle in der Leber abgebaut werden, darf es auch nicht an leberkranke Hunde verfüttert werden.
Auch Katzen sollten kein Schwarzkümmelöl erhalten, da ihnen das Enzym zum Abbau von Terpenen, das in allen ätherischen Ölen enthalten ist, fehlt.
Ansonsten scheint das Schwarzkümmelöl, genauso wie das Kokosöl zumindest bei manchen Hunden gute zeckenabwehrende Eigenschaften besitzen.
Wissenschaftliche Studien zur Wirksamkeit fehlen jedoch.

Bernstein

Das Prinzip der Bernsteinketten oder Halsbänder soll darauf berufen, dass durch ein längeres Tragen des Bernsteins, Bernsteinöl auf das Fell des Hundes übertragen wird. Dies soll eine abstoßende Wirkung auf Zecken haben. Des Weitern soll durch die Reibung am Fell des Hundes eine statische Aufladung stattfinden, die Zecken als unangenehm empfinden.

Tatsache ist, Bernstein lädt sich elektrostatisch auf. Aber er stößt keine kleinen Dinge ab, sondern zieht sie an.
Zecken selbst sind zwar auch sehr klein, aber eben nicht klein genug, als dass sie durch die elektrostatische Wirkung beeinflusst werden könnten.
Deshalb dient die Bernsteinkette für mich eher als Schmuck, als zum Zeckenschutz.

Zwiebel, Knoblauch und Co.

Fakt ist, dass Knoblauch, Zwiebeln und auch Bärlauch (Lauchgewächs) giftige Stoffe für Hund und Katze enthält. Sie enthalten schwefelhaltige Inhaltsstoffe (Sulfide) die zur Hämolyse führen. Das bedeutet sie zerstören die roten Blutkörperchen. Die toxische Dosis für Hunde liegt bei 5 g/kg Körpergewicht bei ganzem Knoblauch und bei Knoblauchextrakt bei 1,25 ml/kg Körpergewicht.
Somit könnten für einen 20 kg schweren Hund ca. 2 Knollen gefährlich werden. Das klingt erst einmal ziemlich viel. Jedoch muss man bedenken, dass jeder Hund unterschiedlich empfindlich ist, und so reagieren manche Hunde deutlich sensibler auf Knoblauch als andere.

Die Wirksamkeit von Knoblauch soll daher rühren, dass die Zecken den Körpergeruch als unappetitlich wahrnehmen. In einer schwedischen Studie an Menschen wurden 2 Gruppen getestet. Die einen nahmen täglich Knoblauch zu sich und die andere Gruppe erhielt ein Placebo. Die Gruppe, die täglich Knoblauch erhielt, hatte dabei signifikant weniger Zecken als die andere Gruppe. Deshalb geht man davon aus, dass der veränderte Körpergeruch eine repellierende Wirkung auf Zecken haben kann. Es gibt aber keine veterinärmedizinischen Studien, die eine Wirksamkeit belegen.

EM Keramikbänder

EM steht für „effektive Mikroorganismen“. Laut Hersteller kann das EM-Keramik die „negativen Informationen aus dem Wasser entfernen“. Es soll eine langwellige Infrarotstrahlung bewirken, die Informationen in den Wassermolekülen tilgen und so einen reinen „Originalzustand“ herstellen. Zudem soll EM antioxidantisch wirken und soll die ursprüngliche Resonanz der Stoffe wieder herstellen und somit eine Regeneration herbeiführen.
Ganz ehrlich, so richtig habe ich den Wirkmechanismus immer noch nicht verstanden und ich bin skeptisch, ob das wirken soll…. Aber anscheinend wirkt es bei manchen ja ganz gut.
Für mich wäre es jedoch nichts….

Bierhefe und Zistrose

Bierhefe wird täglich an den Hund verfüttert. Denn dadurch soll sich das Hautmilieu ändern, was wiederum eine repellierende Wirkung auf Zecken haben soll.
Auch Zistrose, eine alte Heilpflanze soll so gegen Zecken helfen. In einer „Studie“ mit 48 Hunden (was wirklich sehr klein ist) konnte ein positiver Effekt nachgewiesen werden. Ich konnte leider keine detaillierten Informationen zu der „Studie“ finden und lasse es deshalb unkommentiert.
Andere wissenschaftliche Studien, die eine Wirksamkeit belegen, gibt es leider nicht.

Den perfekten Zeckenschutz gibt es nicht

Erkrankungen, die durch Zecken übertragen werden, nehmen immer weiter zu und werden uns auch zukunftig begleiten. Aufgrund des veränderten Klimas fühlen sich immer mehr Zeckenarten bei uns wohl, die früher nur im Mittelmeerraum beheimatet waren. Umso mehr rückt ein sicherer Zeckenschutz in den Vordergrund.
Fest steht aber auch: Den perfekten Zeckenschutz gibt es nicht!

2013 führte die Universität Wien eine Studie an Hunden durch. 90 Hunde wurden ein Jahr lang begleitet und der individuelle Zeckenbefall dokumentiert. Insgesamt wurden 700 Zecken innerhalb des Zeitraumes dokumentiert.
Im ersten Moment erscheint die Zahl noch nicht wirklich groß, was ich aber erschreckend finde, ist ,dass bei den durchgeführten Blutuntersuchungen festgestellt wurde, dass fast jeder zweite Hund eine durch Zecken übertragende Krankheit durchmachte.

Dies zeigt, wie wichtig ein durchgehender Zeckenschutz ist. Gründe, die zum Zeckenbefall bei den Hunden führten, waren laut Studie, dass der Zeckenschutz nicht regelmäßig aufgefrischt wurde oder der Hund erst damit behandelt wurde, nachdem ein Zeckenbefall eingetreten war.
Zudem wurde 2018 erstmals durch die Tierärztliche Hochschule Hannover das FSME Virus bei einem verstorbenen Hund nachgewiesen. Die Risikogebiete könnt ihr euch auf der Karte vom Robert-Koch Institut anschauen.

Entscheide nach Risiken, welcher Zeckenschutz für euch am besten ist

Je nach Wohngebiet ist das Risiko, dass der Hund durch einen Zeckenbiss an einer Infektionskrankheit erkrankt, unterschiedlich. Und jeder Hund ist anders, manche sind anziehender für Zecken als andere.

Jede Methode, um eine Erkrankung, die durch Zecken verursacht wird, zu verhindern, hat Vor- und Nachteile.

Fakt ist auch, dass natürliche Mittel, wie Kokosöl oder Bernstein keine wissenschaftlich erwiesene Wirkung haben. Im Gegenteil so kann Knoblauch sogar gesundheitsschädlich für den Hund sein.
Auch das alleinige Absammeln der Zecken hat sehr hohe Fehlerquote, wie eine weitere Studie feststellte.
Aber natürlich können alle chemie – haltigen Zeckenmittel Nebenwirkungen haben und sollten ggf. nur nach Absprache mit dem Tierarzt angewendet werden.

Insgesamt würde ich Hundehaltern, die in einem Risikogebiet leben und täglich mit ihrem Hund in Wald und Wiese unterwegs sind, raten ihren Hund effektiv gegen Zecken zu schützen.

Meiner Meinung geht das auch heutzutage am besten mit einem chemie-haltigen Präparat. Das Gleiche gilt für alle Besitzer, die mit ihrem Hund in Gebiete reisen, wo ein hohes Übertragungsrisiko herrscht (Reisekrankheiten). Ich selbst bevorzuge dabei Mittel mit einer repellierenden Wirkung, denn so sind die Chancen hoch, dass die Zecke gar nicht erst zum Hund kommt.

Wer noch mehr lesen möchte, findet in den Leitlinien: Verhinderung der Erregerübertragung durch Blut saugende Vektoren bei Hunden noch weiterführende Informationen zum Thema.

Was mache ich mit meinen eigenen Hunden?

Wir wohnen Gott sei dank in keinem Risikogebiet und Rocky wirkt sowas von unattraktiv auf Zecken, dass er gar keinen Zeckenschutz bekommt. Ich kontrolliere ihn nach jeden Spaziergang und auf Grund des hellen, kurzen Fells finde ich in 99 % der Fälle auch jede vorhandene Zecke.
Hugo dagegen wirkt wie ein Zeckenmagnet und bekommt deshalb auch einen Zeckenschutz. Wir haben gute Erfahrungen mit Advantix gemacht.

Da wir mit unseren Hunden viel reisen und dabei auch in Risikogebieten unterwegs sind, werden beide Hunde in diesen Fällen mit einem Scalibor Halsband und entsprechenden Wurmkuren geschützt. Zusätzlich verwende ich ein Moskitonetz und ein Anti-Zecken-Spray zur äußerlichen Abwehr.

Wie ist das bei dir?
Wie schützt du deinen Hund gegen Zecken?

 


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