Dein Hund muss abnehmen?
Tatsächlich gehört Übergewicht bei Hunden zu einem sehr häufigen Problem. Man geht davon aus, dass 50% aller Hunde zu dick sind.
Hunde die mehr als 10% über dem Idealgewicht liegen, haben eindeutlig  zu viel auf den Rippen.
Und sind die zusätzlichen Pfunde erstmal da, ist es garnicht mehr so leicht sie wieder wegzubekommen.

Dabei lohnt es sich den überschüssigen Kilo`s den Kampf anzusagen. Denn wenn der Hund mobbelig oder gar unter starkem Übergewicht leidet, hat dies auch immer eine Auswirkung auf die Gesundheit unserer Vierbeiner.

Übergewicht belastet die Gesundheit Deines Hundes!

Durch das Übergewicht werden nicht nur die Gelenke stärker belastet, sondern es wirkt sich auch negativ auf viele andere Organe und Körperfunktionen aus.

Ich liste Dir hier einmal die häufigsten auf:

  1. Herz-Kreislauf wird stärker belastet
  2. Die Gelenke werden stärker belastet (Arthrosegefahr steigt!)
  3. Erhöhtes Risiko Tumore, Haut- und Leberprobleme, und Diabetes zu bekommen
  4. Erhöhtes Narkoserisko
  5. Das Immunsystem wird geschwächt
  6. Die Lebenserwartung sinkt
  7. Dein Hund ist weniger fit und hat weniger Freude im Alltag

Man geht davon aus, dass Hunde die zu dick sind ca. 2 Jahre früher sterben als normalgewichtige Hunde!
Du siehst also, abnehmen lohnt sich und deshalb zeige ich Dir nun, wie Dein Hund richtig abnimmt.

 

Woran erkenne ich das mein Hund zu dick ist?

Um das richtig beurteilen zu können, musst Du Dir zunächst einmal Deinen Hund anschauen.

Also schnapp Dir Deinen Hund und los geht es mit der Beurteilung:

Die Taille des Hundes

Schau Dir die Taille Deines Hundes von hinten und von oben an. Dein Hund hat eine perfekte Figur wenn eine Einziehung zwischen Brustkorb und Hüfte erkennbar ist (siehe Bilder).
Wenn Dein Hund sehr dickes oder langes Fell hat, streiche behutsam mit Deinen Fingern vom Brustkorb bis zur Hüfte. Ist eine Einkerbung fühlbar?
Perfekt, Dein Hund hat Idealgewicht.

 

hund-übergewicht-abnehmen

Die Rippen des Hundes

Nun geht es an die Rippen Deines Hundes.
Streiche vorsichtig mit Deinen Fingern über den Brustkorb Deines Hundes. Kannst Du ohne großen Druck auszuüben die Rippen fühlen?
Dann ist Dein Hund nicht zu dick.
Eine kleine Fettschicht ist dabei völlig normal.
Kannst Du die Rippen jedoch nur mit größeren Druck fühlen, solltest Du definitiv dem Fett den Kampf ansagen.

Ein zweiter Test um herauszufinden ob Dein Hund unter Übergewicht leidet, ist die Rippen zu zählen.
Probiere es ruhig mal aus.
Kannst Du mühelos die Rippen Deines Hundes zählen?
Wenn das nicht der Fall ist, ist Dein Hund auf jeden Fall zu dick und sollte unbedingt abnehmen.

Neben diesen drei Tests gibt es auch noch weitere Möglichkeiten die Figur Deines Hundes zu beurteilen. Die gezeigten Möglichkeiten sind jedoch meistens schon ausreichend um.

Okay, Du bist Dir nun sicher, dass Dein Hund unter Übergewicht leidet und deshalb packen wir es gleich an.
Dein Hund muss abnehmen!

Grundsätzlich muss Dir klar sein:
Übergewicht entsteht immer dann, wenn Dein Hund mehr Energie aufnimmt als er verbraucht!
Die überschüssige Energie wird anschließend im Körper in Form von Fett für „schlechtere Zeiten“ gespeichert.

Dein Ziel sollte es also sein: die Energiezufuhr zu reduzieren und die Bewegung Deines Hundes zu steigern, denn das steigert wiederum die Energieverbrennung!

Meine Tipps zum Abnehmen

Tipp 1: Ursachenforschung

Mache Dir als erstes bewusst, wie es dazu gekommen ist, dass Dein Hund zugenommen hat.
Stelle Dir folgende Fragen und schreibe die Antworten am besten auf. So werden Dir die Gründe besser bewusst werden:

  • Wie sieht die aktuelle Fütterung aus? Wurde etwas verändert?
  • Wieviel Leckerli gibt es?
  • Gibt es ansonsten viel „nebenher“?
  • Wieviel bekommt mein Hund von anderen Personen?
  • Bewegt Dein Hund sich weniger als vorher?
  • Gab es eine bestimmte Ursache (Krankheit/ Unfall/ im Training etc.)
  • Hat sich an meinem Tagesablauf etwas geändert?

Lies Dir Deine Antworten nochmal durch. Es ist wichtig zunächst einmal zu erkennen, welche Gründe für das Übergewicht verantwortlich sind.
So ist es für Dich deutlich einfacher etwas zu verändern und das auch langfristig umsetzen zu können.

Tipp 2: Analysiere die aktuelle Fütterung

Schreib Dir genau auf, was Dein Hund aktuell zu fressen bekommt.
Du kannst dafür folgende Vorlage nutzen:

 

aktuelle Fütterung-Vorlage-hund-abnehmen

Tipp 3: Berechne den Kalorienbedarf neu

Nun geht es ans eingemachte: Die Kalorien müssen reduziert werden!
Dafür sollte Dein Hund nur noch ungefähr 60% seines Erhaltungsbedarfs erhalten!

Unter dem Erhaltungsbedarf versteht man den Energiebedarf, den ein Hund benötigt um alle normalen Körperfunktionen und die normale Bewegung zu versorgen.
Man berechnet den normalen Erhaltungsbedarf eines erwachsenen und normal aktiven Hundes wie folgt:

95kcal/ kg KGW0,75               
Das Bedeutet: Idealgewicht des Hundes HOCH 0,75 x 95

 

Nun berechnen wir den reduzierten Kalorienbedarf wie folgt:

Idealgewicht des Hundes HOCH 0,75 x 95 x 0,6

Jetzt weißt Du wieviel Kalorien Dein Hund täglich nur noch zu sich nehmen soll. Vergleiche das mit dem Hundefutter, dass Du zur Zeit gibst.

Tipp 4: Weniger Kalorien im Hundenapf

Wenn Du barfst oder für Deinen Hund selbst kochst, kann Du die einzelnen Komponenten so aussuchen, dass sie perfekt in den Diätplan passen.
Hierfür eignen sich z. B. mageres Fleisch, Quark, viel Obst und Gemüse und ein erhöhter Ballaststoffanteil.

Bei den Fertigfuttern gibt es teilweise sehr große Unterschiede hinsichtlich des Fett- und Energiegehalts. Deshalb solltest Du
Dir bei einem Fertigfutter genau die Energiedichte des Futters anschauen und ein Futter wählen, dass eine niedrigen Fettanteil und einen geringen Energiegehalt aufweist – 1,4 -1,5 MJ uE pro 100 Gramm (nach Meyer/Zentek, Ernährung des Hundes).

Mittlerweile gibt es auch zahlreiche Diätfuttermittel im Handel. Schau Dir diese aber bitte genau und kritisch an!
Denn viele Hersteller werben beispielsweise mit dem Begriff „light„.
Da dieser Begriff jedoch nicht geseztlich geschützt ist, gibt es auch keine genauen Abgaben dafür. Grundsätzlich soll es sich hierbei um ein Futter mit einem reduzierten Energiegehalt handeln. Praktisch gesehen gibt es da aber gravierende Abweichungen und nicht jedes Light-Futter ist auch wirklich light.

Tipp 5: Dein Hund sollte langsam abnehmen

Wie auch bei uns, sollten Radikaldiäten vermieden werden. Gesundheitlich deutlich besser ist es, wenn Dein Hund langsam aber kontinuierlich wöchentlich Gewicht verliert.
Man sagt der Hund sollte durchschnittlich 1-2% seines Gewichts pro Woche verlieren. Bei einem 10 kg schweren Hund sind das lediglich 100-200 Gramm.
Machbar oder?

Tipp 6: Achte auf eine ausreichende Nährstoffversorgung im Futter

Wenn Du das Hundefutter Deines Hundes einfach nur halbierst, bekommt Dein Hund damit auch automatisch deutlich weniger Nährstoffe. Das kann langfristig zu Mangelerscheinungen führen.
Ziel einer richtigen Diät sollte es vielmehr sein, den Energiegehalt zu reduzieren und Deinen Hund dennoch ausreichend mit Nährstoffen zu versorgen.
Wenn Du die Rationen Deines Hundes selbst zubereitest (BARF, kochen), kannst Du selbst Einfluss darauf nehmen und die Rationen entsprechend anpassen.
Bei einem Fertigfutter solltest Du wie oben beschrieben auf einen reduzierten Fett- und Energiegehalt achten. Schau Dir dazu genau die Zusammensetzung des Hundefutters an!

 

Ernährungsberatung für Hunde

Tipp 7: Wenn der Heißhunger plagt

Spätestens wenn uns die süßen Augen unserer Hunde anschauen und das perfekt geübte Betteln von ihnen abgespult wird, ist es sehr schwer durchzuhalten.
Viele Hunde haben tatsächlich während einer Diät mit Hunger zu kämpfen.
Wenn auch Dein Hund unter Hunger leidet, versuche einfach mal den Ballaststoffanteil zu erhöhen.

Sehr gut einsetzen kannst Du: zerkleinerte Möhren, Äpfel, Gurke, Zucchini, Futterzellulose

Tipp 8: Dickmacher meiden!

Neben den genannten Maßnahmen ist es besonders wichtig Lebensmittel die wahre Kalorienbomben sind, zu meiden.
Klar, in unserer Ernährung wissen wir meistens genau, das Schokolade, Eis, Cola und Co. voller Kalorien stecken und man diese gerade beim Abnehmen eher meiden sollte.
Aber weißt Du auch welche Hunde – Lebensmittel Dein Hund besser meiden sollte?
Ich liste Dir hier mal einige auf.
Dennoch empfehle ich Dir bewusst mit den Hundefuttermitteln umzugehen. Schau Dir genau die Zusammensetzung und die Kaloriengehalte an.
Es bringt nichts, die Menge und die Kalorien im Trockenfutter zu reduzieren, wenn der Hund nebenbei einige Kalorienbomben erhält.

 

Kalorienbomben-meiden-hund-abnehmen

Tipp 9: Leckerli bewusst füttern

Häufig weiß man als Besitzer garnicht wie viele Kalorien in den einzelnen Snacks und Hundeleckerli stecken. In Tipp 8 habe ich Dir mal einige Kalorienbomben vorgestellt.
Gerade bei einem Hund der zu dick ist und abnehmen muss, sollte man ein besonderes Augenmerk auf die Leckerli legen. Das bedeutet nicht, dass Dein Hund gar keine Hundekekse und Co bekommen soll.
Aber man sollte als Besitzer genau auf die Kaloriengehalte achten und lieber mal öfter auf Möhre und Apfel zurückgreifen.
Die sind nämlich nicht nur kalorienarm, sondern auch noch gesund.
In meinem Artikel „Superfood für Hunde“ findest Du weitere Inspritationen.

Tipp 10: Mit Bewegung zum Abnehmen

Hand aufs Herz: Wie viele Bewegung bekommt Dein Hund?
Neben der Futterumstellung ist es mindestens genauso wichtig, dass Dein Hund in Bewegung kommt.
Aber gerade bei sehr dicken Hunden sollte man dies langsam und vorsichtig steigern, sodass der Körper genügend Zeit hat sich an die neuen Situationen anzupassen.
Also wie sooft gilt: Raus in die Natur. Aber alles in Maßen. Auch hier kommt es vor allem auf die Regelmäßigkeit an.

Wie wäre es denn mit einem gemeinsamen Work-out? Ganz nach dem Motto: Gemeinsam fit und gesund?
Auf Runners-Dog findest Du einige Übungen zum Nachmachen.

Wenn Krankheiten hinter dem Übergewicht stecken

Tatsächlich sind in den allermeisten Fällen wir selbst am Übergewicht unserer Hunde schuld. Die falsche Ernährung, zu viele oder eben sehr kalorienreiche Hundeleckerli, zu wenig Bewegung …  um einige Ursachen zu nennen.

Aber in manchen Fällen können auch Krankheiten dahinter stecken.
Mögliche Krankheiten die zu Übergewicht (Adipositas) führen:

  • Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose)
  • Funktionsstörung der Nebenniere (Cushing)

Auch Medikamente, wie Kortison kann bei längerfristiger Gabe zu Übergewicht führen.

Indirekt können auch weitere Krankheiten, wie Herz-Kreislaufprobleme, Gelenkbeschwerden und Co. zum Übergewicht führen. Denn durch manche Krankheiten wird die Aktivität des Hundes verringert und das wiederum kann bei unveränderter Ernährungsweise zu Übergewicht führen.

Andere Faktoren die Übergewicht fördern

Tatsächlich gibt es einige Hunderassen die eher zum Übergewicht neigen als andere Hunderassen. Diese Rassen haben einen verhältnismäßig geringen Energiebedarf und auf der anderen Seite einen „sehr guten Appetit“.
Zu diesen Hunderassen zählen:

  • Beagle
  • Dackel
  • Labrador Retriever
  • Golden Retriever

Und auch die Kastration und das Alter führen zu einem veränderten Energiebedarf und das wiederum führt dazu, dass die Hunde leichter zunehmen. Als Hundebesitzer sollte man dies immer im Hinterkopf behalten.

Abnehmen – Mein Fazit

Gerade weil Übergewicht beim Hund ein sehr häufiges und ernstzunehmendes Problem darstellen, sollte man als Hundebesitzer alles daran setzen die überschüssigen Pfunde wieder loszuwerden.
Dabei sollte man aber in jedem Fall strategisch ans abnehmen rangehen. Denn spontane und radikal durchgeführte Diäten bringen dem Hund langfristig gar nichts.
Deshalb habe ich Dir mit meinen Tipps eine Art „roter Faden“ gegeben, den Du dazu nutzen kannst um einen individuellen Diätplan für Deinen Hund zu erstellen.

Gerne unterstütze ich Dich in Form einer Ernährungsberatung auch dabei. Mehr Infos dazu findest Du hier.

Mein Tipp: Als Motivationsunterstützung fotografiere Deinen Hund vor dem Abnehmen und auch währenddessen. Ich bin mir sicher, wenn Du die Veränderungen „schwarz-auf-weiß“ siehst, wird Dich das noch mehr motivieren.