Wir kennen es alle und nutzen es auch, insbesondere im Winter, regelmäßig – Frostschutzmittel.
Aber als Hundebesitzer sollte man wissen, dass dieser hochgiftig für unsere Fellnasen ist und somit unzugänglich für Hund und Katze aufbewahrt werden sollte.
Ich zeige dir heute, warum Frostschutzmittel so giftig ist, was das Tückische an dem Mittel ist und wie du im Notfall richtig handelst.

Frostschutzmittel sind giftig für Hunde und Katzen

Denn darin enthalten ist Ethylenglykol – ein Alkohol mit einem sehr niedrigen Gefrierpunkt. Als Hauptbestandteil der meisten Frostschutzmittel und Enteiser nutzen wir ihn vor allem im Winter regelmäßig.

Das tückische darin, es schmeckt extrem süßlich und ist deshalb sehr beliebt bei Hunden und Katzen. So ist stellt beispielsweise das Nachfüllen des Frostschutzmittels eine mögliche Gefahr, wenn Hund oder Katze das Danebengegangene vom Boden aufschleckt, dar. Leider kommt es auch immer wieder vor, dass ein Hund vor lauter Eifer solch einen Kanister zerlegt. Jedoch können bereits wenige Milliliter Ethylenglykol tödlich sein.

Bereits nach 30 Minuten können erste Vergiftungserscheinungen auftreten

Bereits nach kürzester Zeit wird Ethylenglykol aus dem Magen-Darmtrakt ins Blut aufgenommen. So können bereits nach 30 Minuten erste Vergiftungserscheinungen auftreten. Eine Vergiftung mit Frostschutzmitteln verläuft in 2 Phasen.

Trügerisch ist, dass es manchmal zu einer scheinbaren Verbesserung des Hundes kommt.

Phase 1

Circa 30 Minuten bis 12 Stunden nach Aufnahme des Frostschutzmittels wirken die Hunde fast wie betrunken. Sie leiden unter Gleichgewichtsstörungen (auch Ataxie genannt), können sich nur schwer auf den Beinen halten und wirken insgesamt sehr schlapp und schläfrig. Viele Hunde fangen außerdem an, sehr viel zu trinken und sehr viel Urin abzusetzen. Daneben kann Erbrechen (wegen Magenschleimhautreizung) auftreten und auch Epilepsie-ähnliche Anfälle, sowie Bewusstlosigkeit sind möglich.

Phase 2

Bei Hunden tritt die Phase 2 circa nach 36-72 Stunden auf. Den Hunden geht es insgesamt immer schlechter, der Allgemeinzustand verschlechtert sich rapide. In dieser Phase kommt es als Folge der Abbauprodukte des Ethylenglykols zum akuten Nierenversagen.

Abbauprodukte verursachen ein akutes Nierenversagen

Denn etwa 6 Stunden nach Aufnahme des Frostschutzmittels beginnt der Körper das Ethylenglykol abzubauen. Dies erfolgt in der Leber mit einem speziellen Enzym, der Alkoholdehydrogenase. Die dabei entstehenden Abbauprodukte sind stark nerven- und nierenschädigend. Die Folge ist ein meist tödlich verlaufendes Nierenversagen.

Die ersten Stunden sind entscheidend

Nach einer Frostschutzmittel Aufnahme, sind die ersten Stunden entscheidend.
Wenn dein Hund Frostschutzmittel aufgenommen hat oder du die Vermutung hast, dass dies der Fall sein könnte (z. B. dein Hund zeigt Symptome wie torkelnder Gang, vermehrter Durst, Müdigkeit)

Warte unter keinen Umständen ab! Sondern bring deine Fellnase umgehend zu deinem Tierarzt. Denn in diesem Fall, ist schnelles Handeln entscheidend!

In den ersten 5 Stunden kann dein Tierarzt deinem Hund ein Gegenmittel (Antidot) geben, dass den Abbau des Ethylenglykols in der Leber und damit das Nierenversagen verhindert. Das Gegenmittel – Ethanol, meist in Form von Vodka oder auch Fomepizol – wird über dasselbe Enzym in der Leber abgebaut.

Wird es also rechtzeitig verabreicht, hat die Leber quasi „keine Zeit“ um das Ethylenglykol in die nierenschädigenden Substanzen umzuwandeln.

Daneben steht die Stabilisierung des Kreislaufs, Atmung sowie die symptomatische Behandlung einer Azidose, Erbrechen, Krampfanfällen etc. im Vordergrund.

Ein Erbrechenlassen ist nur sinnvoll, wenn die Giftaufnahme kurz vorher geschah. Die Behandlung mit Aktivkohle ist nicht zielführend, da Aktivkohle Glykole nicht bindet.

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Die Prognose hängt vom schnellen Handeln ab

Wird eine Vergiftung mit Frostschutzmitteln rechtzeitig erkannt, erholen sich die meisten Hunde wieder vollständig.

Hat der Körper aber erst einmal mit dem Abbau begonnen, ist die Prognose schlecht und verläuft leider sehr häufig tödlich.

Mehr Informationen zur Vergiftung mit Frostschutzmitteln findest du auf CliniPharm.

Frostschutzmittel -hochgiftig für Hunde, www.vet-dogs.de, www.vetdogs.de

Schütz deinen Hund vor Frostschutzmittel

Um eine Vergiftung mit Frostschutzmittel und Co zu vermeiden, solltest du diese immer außer Reichweite von Hunden und Katzen lagern, dass gleiche gilt für Türschlossenteiser.
Wenn du deine Scheibenwischanlage nachfüllst, achte darauf, dass du nichts daneben kippst bzw. entferne das Danebengegangene sorgfältig.
Lass deinen Hund nicht aus Pützen am Straßenrand, auf Parkplätzen oder bei Garagen trinken.
Und falls du deine Kühlflüssigkeit im Auto selbst wechselst, solltest du auch hier darauf achten, dass dein Hund nichts davon aufnimmt.

Frostschutzmittel -hochgiftig für Hunde, www.vet-dogs.de, www.vetdogs.de

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