Veröffentlicht am 29.07.2026 · Verfasst von Nicole Uhlein, Ernährungsberaterin & Dozentin bei Vet-Dogs · Tiermedizinisch geprüft von Anja Kruse, Tierärztin bei Vet-Dogs
BARF (biologisch artgerechte Rohfütterung) kann eine hochwertige Ernährungsform für Hunde sein, vorausgesetzt, die Ration ist gut geplant. Die beiden größten Risiken sind Nährstofffehlversorgungen (vor allem beim Calcium-Phosphor-Verhältnis und bei Spurenelementen) und hygienische Gefahren durch Keime wie Salmonellen, Listerien oder Toxoplasmose. Wer BARF informiert und sorgfältig umsetzt, kann diese Risiken deutlich reduzieren. Was dabei konkret zu beachten ist, erfährst du in diesem Beitrag.
Zwischen Naturideal und Ernährungsphysiologie
Kaum ein Thema polarisiert in der Hundeszene so sehr wie BARF – die biologisch art-gerechte Rohfütterung. Für viele Hundehalter steht BARF für Natürlichkeit, Transparenz und eine besonders bewusste Form der Ernährung. Für die Hundeernährungsberatung ist es zugleich ein Feld voller fachlicher Herausforderungen, weil hinter einer scheinbar „einfachen“ Fütterung komplexe ernährungsphysiologische Fragen stehen.
Dieser Beitrag verbindet beide Perspektiven: Er würdigt die Idee hinter BARF, richtet den Blick aber vor allem auf die potenziellen Risiken, insbesondere Nährstofffehlversorgungen und hygienische Gefahren. Ziel ist weder Abschreckung noch Werbung, sondern ein realistischer, fundierter und praxisnaher Überblick, der dabei hilft, bewusste und informierte Entscheidungen zu treffen.
Was ist BARF eigentlich?
BARF wird unterschiedlich interpretiert: als „Bones and Raw Food“, als „Biologically Appropriate Raw Food“ oder, im deutschsprachigen Raum besonders verbreitet, als „Biologisch Artgerechtes Rohes Futter“. Gemein ist allen Varianten die Idee, den Hund möglichst „naturnah“ zu ernähren und sich am Beutetier zu orientieren.
In der Praxis gibt es jedoch nicht „das eine“ BARF, sondern mehrere Ansätze:
- BARF nach dem Beutetierschema (klassisch, oft an Simon Swanie angelehnt)
- BARF nach Bedarfswerten (orientiert an wissenschaftlichen Referenzwerten, z. B. NRC)
- BARF „light“ oder Teilbarf (Kombination aus Rohfütterung und Fertigfutter)
- Rohfütterung ohne Knochen oder ohne Innereien, mit entsprechenden Ergänzungen
Das klassische Beutetierschema teilt die Ration grob in 70–80 % tierische und 20–30 % pflanzliche Anteile ein. Typisch sind Muskelfleisch, Pansen/Blättermagen, rohe fleischige Knochen (RFK) sowie Innereien, ergänzt durch Gemüse, Obst, Öle (z. B. Fischöl) und weitere Zusätze wie Seealgenmehl oder Lebertran.

Wichtig ist: Hunde sind keine Wölfe. Ihre Verdauung und ihr Stoffwechsel haben sich über Jahrtausende der Domestikation verändert. Deshalb reicht ein reines „Nachbauen des Beutetiers“ allein nicht aus. Es braucht eine fachliche Einordnung.
Warum BARF so beliebt ist
Viele Halter:innen entscheiden sich aus guten Gründen für BARF:
- Kontrolle über die Zutaten: Herkunft, Qualität und Frische sind selbst wählbar.
- Individuelle Anpassung: Allergien, Unverträglichkeiten oder besondere Bedürfnisse können berücksichtigt werden.
- Hohe Akzeptanz: Viele Hunde fressen Rohfutter sehr gern.
- Transparenz: Keine versteckten Inhaltsstoffe in Fertigfutter.
Diese Punkte sind legitim und nachvollziehbar. Gleichzeitig dürfen sie nicht darüber hinwegtäuschen, dass Eigenrationen anspruchsvoll sind und Fehler reale gesundheitliche Folgen haben können.
Ernährungsphysiologische Risiken von BARF
Nährstoffmängel und Fehlversorgungen – das größte unterschätzte Risiko
Der häufigste und zugleich schwerwiegendste Kritikpunkt an BARF ist nicht die Hygiene, sondern die Gefahr von Nährstofffehlversorgungen. Viele selbst erstellte Rationen sind, auch wenn sie „natürlich“ wirken, nicht bedarfsdeckend.
Hypocalcämie (Calciummangel)
Calcium ist essenziell für Knochen, Zähne, Muskelfunktion und Blutgerinnung. In BARF-Rationen entsteht ein Calciummangel häufig, wenn:
- zu wenig Knochen gefüttert werden,
- Knochen schlecht vertragen werden und ersatzlos weggelassen werden,
- oder die Calciumquelle (z. B. Knochenmehl, Eierschale) falsch dosiert ist.
Besonders kritisch ist dies bei Welpen und Junghunden, da ein Mangel zu Wachstumsstörungen führen kann. Aber auch bei erwachsenen Hunden kann ein chronischer Calciummangel langfristig problematisch sein.
Wichtig: Knochen liefern nicht nur Calcium, sondern auch Phosphor. Das Verhältnis beider Mineralstoffe zueinander ist entscheidend.
Unausgewogene Calcium-Phosphor-Relation
Viele BARF-Rationen enthalten sehr viel Fleisch (reich an Phosphor), aber zu wenig Calcium. Dadurch kippt das Calcium-Phosphor-Verhältnis. Ein klassischer Fehler in der Rohfütterung. Ein ungünstiges Verhältnis kann den Knochenstoffwechsel belasten.
Alternativquellen wie Eierschalen oder Calciumzitrat können sinnvoll sein, wenn Knochen nicht gefüttert werden, müssen aber korrekt eingesetzt werden.
Für die Hundeernährungsberatung ist dies ein zentraler Punkt: Prozentangaben allein reichen nicht aus! Es braucht eine echte Nährstoffbewertung.
Spurenelementmängel (z. B. Zink, Kupfer, Mangan)
Das Beutetierschema basiert auf pauschalen Prozenten. Studien und Lehrmaterialien zeigen jedoch, dass bestimmte Spurenelemente in solchen Rationen eher unterversorgt sein können, insbesondere Zink, Kupfer und teils Mangan.
Solche Mängel sind oft schleichend und nicht sofort sichtbar, können aber langfristig Haut, Fell, Immunsystem und Stoffwechsel beeinflussen. Deshalb gilt: Je individueller (z. B. Welpen, trächtige Hündinnen, sportliche oder kranke Hunde), desto wichtiger ist eine Berechnung nach Bedarfswerten statt nach reinen Prozenten.
Genau für diese individuelle Berechnung nach Bedarfswerten eignet sich der Vet-Dogs Futterrechner.
Mit ihm kannst du bedarfsdeckende Rationspläne erstellen statt Pauschalprozente zu nutzen.
Jod- und Vitamin-D-Versorgung – ein Balanceakt
Jod wird in BARF-Rationen häufig über Seealgenmehl ergänzt. Eine zu geringe, aber auch eine zu hohe Dosierung kann problematisch sein und die Schilddrüse beeinflussen.
Vitamin D wird klassischerweise über Lebertran oder fetten Fisch eingebracht. Hier besteht die Gefahr sowohl der Unter- als auch der Überversorgung, letzteres insbesondere bei ungenauer Dosierung. Richtwerte existieren, ersetzen aber keine sorgfältige Planung.
Nutritive Hyperthyreose – ein spezielles Risiko
Eine sogenannte nutritive Hyperthyreose kann auftreten, wenn sehr viel rohes Schilddrüsengewebe (z. B. Kehlfleisch, Schlundfleisch) verfüttert wird. Dabei gelangen aktive Schilddrüsenhormone in die Ration, was zu einer Überfunktion führen kann.
Das Risiko ist selten, aber real. Vor allem bei unspezifischer Verwendung von Schlachtabfällen. Dies zeigt exemplarisch: „natürlich“ heißt nicht automatisch „risikofrei“.
Rolle von Kohlenhydraten – mehr als „unnatürlich“
Viele BARFer:innen meiden Kohlenhydrate komplett. Ernährungsphysiologisch ist das jedoch nicht zwingend sinnvoll. Kohlenhydrate können:
- schnelle Energie liefern (z. B. für Arbeitshunde),
- älteren oder chronisch kranken Hunden helfen,
- und Fehlgärungen im Darm vorbeugen, wenn die Ration extrem fleischlastig ist.
Wer Kohlenhydrate einsetzt, sollte sie jedoch gut gekocht verfüttern, deutlich länger als für den menschlichen Verzehr.
Beutetierschema vs. Bedarfswerte – zwei Philosophien
- Beutetierschema: Einfach, praxisnah, prozentbasiert – aber weniger präzise.
- Bedarfswerte-Ansatz: Komplexer, rechenintensiv, aber genauer – besonders wichtig bei Welpen, trächtigen Hündinnen oder kranken Hunden.
Für die Hundeernährungsberatung gilt: Wer BARF professionell berät, sollte beide Ansätze verstehen und je nach Situation wählen.
Hygiene und Zoonosen – die Keimseite von BARF
Neben der Nährstofffrage ist die Hygiene beim Umgang mit rohem Fleisch der zweite große Risikobereich.
Welche Erreger sind relevant?
Rohes Fleisch kann mit verschiedenen Krankheitserregern belastet sein, unter anderem:
- Salmonellen
- Campylobacter
- Listerien
- E. coli (inkl. antibiotikaresistenter Stämme)
- Yersinien
- Bandwürmer und andere Parasiten
- Clostridien
Hunde erkranken oft nicht sichtbar, können die Keime aber ausscheiden, was für Menschen im Haushalt relevant ist. Besonders gefährdet sind sogenannte YOPI-Gruppen: Young (Kinder), Old (Ältere), Pregnant (Schwangere) und Immunosuppressed (Immungeschwächte). Studien zeigen, dass ein erheblicher Teil von Rohfutterrationen mikrobiologisch belastet sein kann, teils auch mit resistenten Keimen.
Einfrieren – hilfreich, aber kein Allheilmittel
Tiefgefrieren bei mindestens –20 °C kann viele Parasitenstadien abtöten (je nach Erreger über mehrere Tage). Allerdings sind Salmonellen und Clostridien kälteunempfindlich. Sie werden durchs Einfrieren nicht zuverlässig eliminiert.
Erhitzen wäre der sicherste Schutz vor Keimen! Widerspricht aber dem Grundgedanken von BARF. Deshalb ist sauberes Arbeiten umso wichtiger.
Rohfisch – besondere Vorsicht
Rohfisch kann Parasiten enthalten (z. B. Anisakiden). Tiefgefrieren für definierte Zeiträume reduziert dieses Risiko. Zudem sollten möglichst thiaminasefreie Fischarten gewählt und große Gräten entfernt werden.
Botulismus – ein seltenes, aber im BARF-Kontext relevantes Risiko
Botulismus ist eine seltene, aber potenziell lebensbedrohliche Vergiftung, die durch Botulinum-Neurotoxine verursacht wird. Diese entstehen, wenn bestimmte Clostridium-Bakterien unter sauerstoffarmen Bedingungen in nährstoffreichen Lebensmitteln wachsen. Klassischerweise wird Botulismus mit unsachgemäß hergestellten Konserven in Verbindung gebracht, grundsätzlich können solche Bedingungen jedoch auch bei vakuum- oder schutzatmosphärisch verpacktem Fleisch auftreten.
Für BARF ist dieses Risiko vor allem dann relevant, wenn rohes Fleisch verpackt gekauft und nicht zeitnah verarbeitet wird. Die sauerstoffarme Verpackung allein stellt noch kein Problem dar, kann aber in Kombination mit längerer Lagerung, unterbrochener Kühlkette oder beschädigter Verpackung theoretisch Bedingungen schaffen, unter denen sich Botulinumtoxine bilden können. Auffällig ist dabei, dass kontaminierte Produkte häufig weder auffällig riechen noch sichtbar verändert sind.
Bei klassischem BARF mit frischem, unverpacktem Fleisch, das kühl gelagert und zeitnah verfüttert wird, gilt das Botulismusrisiko als sehr gering. Vorsicht ist jedoch bei aufgeblähten, beschädigten oder lange gelagerten Verpackungen sowie bei selbst haltbar gemachten Fleischprodukten ohne geeignete Sterilisationsverfahren geboten. Eine konsequente Kühlkette, sorgfältige Kontrolle der Verpackung und der Verzicht auf unsachgemäß konservierte Vorräte minimieren dieses Risiko wirksam.
Neben mikrobiologischen Risiken durch Bakterien und Parasiten spielen im BARF-Kontext jedoch nicht nur Keime eine Rolle. Auch bestimmte mechanische Risiken der Fütterung selbst sowie einzelne Erreger mit besonderer Relevanz für Menschen im Haushalt verdienen eine genauere Betrachtung.
Risiken bei der Knochenfütterung – zwischen Nährstoffquelle und mechanischer Belastung
Rohe fleischige Knochen sind in vielen BARF-Rationen eine zentrale Calciumquelle und werden häufig auch zur Zahnpflege und Beschäftigung eingesetzt. Gleichzeitig zählt die Knochenfütterung zu den Bereichen, in denen in der Praxis vergleichsweise häufig Probleme auftreten, vor allem dann, wenn Knochenart, Menge oder Fütterungsweise nicht zum Hund passen.
Ein häufig beobachtetes Phänomen ist sogenannter Knochenkot. Dabei wird der Kot sehr hart, trocken und oft hell gefärbt. Ursache ist meist ein zu hoher Knochenanteil oder ein ungünstiges Verhältnis von Knochen zu Muskelfleisch. Knochenkot kann schmerzhaft sein, das Absetzen deutlich erschweren und im ungünstigen Fall zu Verstopfung führen. Besonders anfällig sind Hunde, die wenig trinken, zu festem Kot neigen oder sich wenig bewegen.
In schwereren Fällen kann es zu einem Darmverschluss (Ileus) kommen, etwa wenn größere Knochenstücke unzureichend zerkleinert werden oder sich Knochenreste im Magen-Darm-Trakt verklumpen. Auch Verletzungen der Schleimhäute im Maul, in der Speiseröhre oder im Verdauungstrakt sind möglich, insbesondere bei sehr harten Knochen oder hastigem Fressverhalten. Diese Risiken bestehen unabhängig davon, ob ein Hund Knochen „schon lange gut verträgt“.
Hinzu kommt, dass nicht jeder Knochen für jeden Hund geeignet ist. Körpergröße, Gebiss, Kauverhalten und individuelle Verdauung spielen eine entscheidende Rolle. Wichtig ist daher die Einordnung: Knochen sind kein zwingender Bestandteil von BARF, sondern eine Option. Die Calciumversorgung kann, insbesondere bei empfindlichen Hunden, auch über bedarfsgerecht dosierte Alternativen wie Eierschalenmehl oder Knochenmehl erfolgen.
Während Knochenfütterung vor allem den Hund selbst betrifft, gibt es bei der Rohfütterung auch Erreger, deren Bedeutung vor allem im menschlichen Umfeld liegt. Inssbesondere dann, wenn vulnerable Personen im Haushalt leben.
Listeriose und Toxoplasmose – selten, aber besonders relevant für Schwangere im BARF-Haushalt
Im Zusammenhang mit BARF spielen bestimmte Zoonosen eine besondere Rolle, da sie für gesunde Erwachsene meist unauffällig verlaufen, für Schwangere jedoch erhebliche Risiken bergen können. Dazu zählen insbesondere Listeriose und Toxoplasmose.
Listeriose
Listeriose wird durch das Bakterium Listeria monocytogenes verursacht. Listerien kommen weit verbreitet in der Umwelt vor und können vor allem rohes Fleisch kontaminieren. Im BARF-Kontext ist Listeriose weniger ein Problem für den Hund selbst, sondern vor allem für Menschen im Haushalt. Hunde können die Erreger aufnehmen und ausscheiden, ohne klinische Symptome zu zeigen, und so indirekt zur Keimverbreitung beitragen.
Besonders problematisch ist, dass Listerien sich auch bei Kühlschranktemperaturen vermehren können. Damit unterscheiden sie sich von vielen anderen lebensmittelassoziierten Keimen. Wird rohes Fleisch über mehrere Tage gelagert, steigt das Risiko einer Keimvermehrung, selbst bei korrekter Kühlung.
Für Schwangere ist Listeriose besonders gefährlich, da die Erreger die Plazentaschranke überwinden können. Mögliche Folgen sind Fehlgeburten, Frühgeburten oder schwere Erkrankungen des ungeborenen Kindes. Die Erkrankung beginnt beim Menschen häufig unspezifisch, etwa mit grippeähnlichen Symptomen, was die frühzeitige Erkennung erschwert.
Toxoplasmose
Auch Toxoplasmose, verursacht durch den Parasiten Toxoplasma gondii, ist im BARF-Kontext relevant. Die Übertragung erfolgt zum einen über rohes oder unzureichend erhitztes Fleisch, das infektiöse Gewebezysten enthalten kann, zum anderen über Katzenkot, der sogenannte Oozysten enthalten kann. Katzen sind die Hauptwirte des Erregers und scheiden diese Oozysten über ihren Kot aus.
Für gesunde Erwachsene verläuft eine Toxoplasmose-Infektion meist mild oder unbemerkt. Für Schwangere besteht jedoch ein erhebliches Risiko, da der Erreger auf das ungeborene Kind übertragen werden kann. Dies kann zu schweren Schädigungen wie neurologischen Störungen, Augenveränderungen oder, insbesondere bei einer Erstinfektion in der Schwangerschaft, zu Fehl- oder Totgeburten führen.
Im BARF-Alltag ist Toxoplasmose vor allem dann relevant, wenn rohes Fleisch verarbeitet wird und gleichzeitig Katzen im Haushalt leben. Das Risiko entsteht dabei weniger durch den Hund selbst, sondern durch den allgemeinen Umgang mit rohen tierischen Produkten und kontaminierten Oberflächen.
BARF in der Praxis: Was bedeutet das für Halter:innen und Berater:innen?
Für engagierte Hundehalter:innen
BARF kann eine gute Wahl sein, wenn:
- die Ration gut geplant ist,
- Mineralstoffe und Spurenelemente berücksichtigt werden,
- Hygiene ernst genommen wird,
- und man bereit ist, Zeit und Wissen zu investieren.
Wer unsicher ist, sollte lieber Unterstützung holen, statt „nach Gefühl“ zu füttern.
Für professionelle Hundeernährungsberater:innen
Professionelle BARF-Beratung bedeutet:
- Fachlich sauber zwischen Beutetierschema und Bedarfswerten unterscheiden zu können.
- Risiken klar benennen, ohne BARF pauschal zu verteufeln.
- Individuelle Lebensphase, Aktivität und Gesundheit des Hundes berücksichtigen.
- Halter:innen realistisch über Aufwand, Kosten und Verantwortung aufklären.
- Hygiene als festen Bestandteil der Beratung zu behandeln.
Wenn du diese fachliche Tiefe für die BARF-Beratung deiner Kund:innen aufbauen möchtest, findest du in unserer Ausbildung zum Ernährungsberater für gesunde und kranke Hunde eine fundierte, tiermedizinisch begleitete Grundlage dafür.
Fazit: BARF – weder Heilversprechen noch Teufelswerk
BARF ist keine einfache Fütterungsmethode, sondern eine anspruchsvolle Form der Eigenration. Sie bietet viele Chancen, birgt aber reale Risiken, insbesondere in Bezug auf Nährstoffmängel und Hygiene.
Die zentrale Botschaft lautet daher:
- Ja zu BARF – aber mit Wissen, Planung und Sorgfalt.
- Kritisch bleiben, ohne Angst zu schüren.
- Natur wertschätzen, aber Wissenschaft nicht ignorieren.
Wer BARF bewusst, informiert und verantwortungsvoll umsetzt, kann seinem Hund damit eine hochwertige Ernährung bieten. Wer Risiken unterschätzt oder Planung vernachlässigt, riskiert hingegen vermeidbare Probleme.
Für Hundehalter:innen bedeutet das: Mut zur Information. Für die Hundeernährungsberatung bedeutet es: Mut zur Klarheit: fachlich, ehrlich und empathisch.
Häufige Fragen zu BARF beim Hund
Ist BARF für Hunde gesund oder gefährlich?
Beides ist möglich. Entscheidend ist die Umsetzung. Gut geplant, mit ausreichend Mineralstoffen, Spurenelementen und sauberer Hygiene, kann BARF eine hochwertige Ernährung sein. Unüberlegt umgesetzt drohen Nährstofffehlversorgungen und hygienische Risiken.
Welche Nährstoffe fehlen bei BARF am häufigsten?
Am häufigsten sind Calciummangel bzw. ein unausgewogenes Calcium-Phosphor-Verhältnis sowie Spurenelementmängel bei Zink, Kupfer und teils Mangan. Auch Jod- und Vitamin-D-Versorgung müssen sorgfältig ausbalanciert werden.
Wie gefährlich ist rohes Fleisch beim BARFen wirklich?
Rohes Fleisch kann mit Salmonellen, Campylobacter, Listerien, E. coli, Yersinien, Parasiten und Clostridien belastet sein. Hunde zeigen dabei oft keine Symptome, können die Keime aber ausscheiden – relevant vor allem für Kinder, Ältere, Schwangere und immungeschwächte Personen im Haushalt.
Dürfen Hunde beim BARF Knochen bekommen?
Knochen sind eine Option, aber kein zwingender Bestandteil von BARF. Sie können zu Knochenkot, in schweren Fällen zu Darmverschluss oder Verletzungen im Verdauungstrakt führen. Ob und welche Knochen geeignet sind, hängt von Größe, Gebiss und individueller Verdauung des Hundes ab.
Ist BARF für Haushalte mit Schwangeren oder Kindern geeignet?
Mit besonderer Vorsicht ja, aber Listeriose und Toxoplasmose sind hier relevante Risiken. Beide verlaufen bei gesunden Erwachsenen meist mild, können für Schwangere und das ungeborene Kind aber schwerwiegende Folgen haben. Konsequente Hygiene beim Umgang mit rohem Fleisch ist in diesen Haushalten besonders wichtig.
Literaturverzeichnis
Die in diesem Beitrag dargestellten Inhalte stützen sich auf veterinärmedizinische Fachliteratur, Übersichtsarbeiten und Studien zur Rohfütterung beim Hund. Eine Auswahl zentraler Quellen ist im Literaturverzeichnis aufgeführt.
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