Hugo hasst andere Hunde! Da gibt es keinerlei Ausnahmen. Ob weiblich, männlich, groß oder klein, lang- oder kurzhaarig, alle Hunde sind grundsätzlich doof.

Seitdem wir nach Bonn gezogen sind, machte uns das immer häufiger Probleme, einfach weil so viele Hunde um uns herum leben. Manch Spaziergang wurde so schon zum Spießroutenlauf und der Spaßfaktor sank gegen Null.
Die Leinenaggression hatten wir in Hannover gut im Griff aber hier in Bonn laufen die meisten Hunde unangeleint. Zu unserem Leitwesen sind aber nur wenige abrufbar. So wurde die Leinenaggression und die Aggression gegenüber Hunden wieder richtig schlimm.
Eines Abends, ich drehte gerade meine Adendrunde, kam uns mal wieder ein unangeleinter Hund hinterher gelaufen, ich rief dem Hundehalter zu, dass mein Hund andere Hunde nicht mag und ob er seinen zu sich rufen könne. Mal wieder hörte ich den typischen Standardsatz: „mein Hund tut nix, der ist ganz lieb“. Wieder wies ich darauf hin, dass mein Hund das Problem sei. Hugo war mittlerweile schon am Ausflippen. Der Hundehalter kam näher und meinte nur trocken, mit so einem Hund hat man in der Stadt nichts verloren. Frustriert kehrte ich zurück nach Hause. Ich ärgerte mich über Hugo und auch über mich. Wir fassten einen Entschluss. Hugo muss zum Hundetrainer! Nach einiger Recherche und etlichen Ratschlägen, wurde uns immer wieder eine Hundeschule empfohlen: die Hundebande Bonn.

Das erste Training

Und so vereinbarten wir einen Termin mit Frau Pinsdorf. Vor unserem ersten Termin war ich ganz schön aufgeregt, was würde uns erwarten? Würde Hugo gleich in der ersten Stunde zum Killer mutieren?
Frau Pinsdorf empfang uns ganz herzlich und so erzählten wir erst einmal was für Probleme wir haben und natürlich auch welche Wünsche. Mich interessierte natürlich brennend, aus welcher Motivation Hugos Leinenaggression rührte. Bisher dachte ich immer, auf Grund seiner Vorgeschichte, es wäre angstmotiviert. Quasi „ich mach Lärm, damit mir keiner zu Nahe kommt“.
Als der erste Hund kam, meinte Frau Pinsdorf jedoch sofort, der macht Terror weil es ihm Spaß macht. Es ist sein Hobby.
Mein erster Gedanke war: Das ist ja super.

Hatte ich bisher doch immer angenommen, ich müsse Verständnis für Hugo haben weil er eine doofen Start hatte. Doch scheinbar hatte Hugo einfach ein „neues“ Hobby gewonnen. Und so hieß unsere erste Lektion, Rituale aufbrechen, sei unvorhersehbar. Für eine Woche änderten wir den gesamten Tagesrhythmus, veränderten die Fütterungszeiten sowie Gassigehzeiten. Außerdem sollten wir ihn für die kommende Woche komplett ignorieren. Kein Reden, kein Anfassen, kein Spielen. Hugo sollte merken, dass wir zum Einen unvorhersehbar sind und zum Anderen, dass es eine Veränderung gibt und nichts mehr selbstverständlich ist. Vor allem ihn zu ignorieren fiel mir schwer. Man muss sich wirklich konzentrieren, denn oft streicht man völlig unbewusst über den Kopf oder will in einer bestimmten Situation was sagen.

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Rocky fand die Woche auch richtig doof. 18 Uhr heißt Abendessen… das war schon immer so. Hypnotische Blicke richteten sich auf uns, kaum bewegte sich jemand Richtung Küche. Beide sprangen auf und eilten zum Futternapf, um anschließend mit einem langen Stöhnen dem Unmut Luft zu machen. Andere Hunde versuchten wir komplett zu meiden. Und als wir doch abends einen trafen, standen wir mit dem bellenden Hugo so lange an Ort und Stelle bis er wieder Ruhe gab.

Gestern war es dann soweit, die zweite Trainingsrunde stand an. Von einer Lektion in Demut erzähle ich dir  in diesem Artikel. Nur soviel vorweg, ich bin mächtig Stolz auf Hugo.

Hast du auch einen Hund mit Leinenaggression?


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