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Maulkorb, Hund, Training, Vet-dogs

So findest du den richtigen Maulkorb für deinen Hund

In meinem letzten Artikel habe ich euch ja schon von Hugos Leinenaggression erzählt und unsere ersten Schritte im Hundetraining geschildert.
Die Hundetrainerin gab uns den Rat einen Maulkorb für Hugo zu bestellen und dann mit einem Maulkorbtraining zu beginnen.

Und so begann also unsere Recherche. Letztendlich haben wir ein kleines Päckchen mit unterschiedlichen Maulkörben bei chic und scharf bestellt und waren ganz angetan von der tollen Beratung, der reibungslosen Abwicklung und dem schnellen Versand. So bietet der Shop die Möglichkeit unterschiedliche Maulkörbe zusammenzustellen, um sie dir zuschicken, damit du den bestmöglichsten Maulkorb für deinen Hund findest. Einfach top.
Denn den passenden Maulkorb zu finden ist gar nicht so leicht, da jede Hunderasse unterschiedliche Kopf- und Schnauzenformen hat. Von lang und schmal bei Collies, bis hin zu fast keiner Nase bei einer englischen Bulldogge oder auch in mini bei den ganzen Toyrassen.

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Unsere Auswahl an Maulkörben von chic und scharf

Folgende Kriterien sollte der Maulkorb erfüllen:

Die Passform

Wir haben Hugo zunächst erst einmal vermessen. Dabei haben wir einmal die Länge kurz vor den Augen (1-3 cm) bis zur Nasenspitze gemessen und dann noch den Umfang des Mauls. Im Idealfall sollte der Maulkorb auf dem Nasenrücken, Nasenspiegel und rum um die Schnauze nur locker aufliegen. Dabei sollte er natürlich nicht in die Augen picken.
Nichtsdestotrotz muss der Maulkorb aber so sicher sitzen damit er nicht über die Nase abgestreift werden kann.

Das Material, der Tragekomfort

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Maulkörbe gibt es in unterschiedlichen Materialien, wie Kunststoff, Draht, Leder oder Nylon.

Nylonmaulkörbe haben den Vorteil, dass sie leicht zu verstauen, insgesamt leicht und klein sind, günstig und „wenig gefährlich“ aussehen. Jedoch haben sie einen ganz entscheidenden Nachteil. Ein Hund kann mit so einem Maulkorb unmöglich hecheln oder trinken. Gerade im Sommer oder wenn der Hund sehr gestresst ist, kann das ein großes Problem darstellen. Denn der Hund reguliert seinen Temperaturhaushalt fast ausschließlich übers hecheln, da Hunde nicht schwitzen können. Nimmt man nun dem Hund die Möglichkeit zum Hecheln im Sommer, kann das sogar lebensgefährlich sein. Beachten muss man außerdem, dass der Hund nicht 100% am Beißen gehindert wird. Diese Maulkörbe sind vorne offen und der Hund kann somit noch mit den Schneidezähnen „hapsen“, das kann auch unschön ausgehen und ist leider auch in der Klinik schon vorgekommen.
Soll der Hund also regelmäßig und auch länger einen Maulkorb tragen, ist ein Maulkorb aus Nylon trotz seiner Vorteile nicht empfehlenswert.

Maulkörbe aus Kunststoff zeichnen sich durch ein sehr leichtes Gewicht aus und es gibt sie in vielen bunten Farben, sodass sie in „quietschtpink“ nicht so „gefährlich“ aussehen.
Der Nachteil der Kunstoffmaulkörbe besteht darin, dass sie nicht 100 % sicher sind, denn das Material kann bei einer Auseinandersetzung brechen. Leider haben wir auch solche Fälle schon in der Tierklinik verarztet. Wenn man jedoch einen Maulkorb für seinen Hund sucht, um damit eine Bahnfahrt zu unternehmen oder seinen Hund an einer unkontrollierten Nahrungsaufnahme zu hindern, ist ein Maulkorb aus Kunststoff sicherlich okay.

Des Weiteren gibt es noch Maulkörbe aus Leder. Sie sind leicht, sehr flexibel, lassen sich gut verstauen und passen sich auf Grund der Flexibilität hervorragend an die jeweilige Schnauzenform an. Jedoch sind Ledermaulkörbe auf Grund des Materials schlecht zu reinigen und auch bieten leider auch keinen 100% Schutz bei Beißereien. Denn auch hier kann der Hund unter Umständen durch den Maulkorb hindurch zubeißen.

Wenn es um die Sicherheit geht, sind Drahtmaulkörbe die beste Wahl. Drahtmaulkörbe sind im Vergleich zu den vorgenannten Varianten die schwersten. Mittlerweile gibt es leichtere Varianten aus feuerverzinntem Draht. Optisch werden Drahtmaulkörbe häufig als „gefährlich oder bedrohlich“ wahrgenommen, was ich persönlich sehr schade finde.

Auch wir haben die Erfahrung gemacht, dass die Leute uns vermehrt aus dem Weg gehen, wenn Hugo seinen Maulkorb trägt oder wir darauf angesprochen werden, warum der Hund denn einen Maulkorb tragen müsse, ob der sooo gefährlich sei.
Neben dem Gewicht, ist als weiterer Nachteil, die Sperrigkeit des Maulkorbes, sofern der Hund ihn nicht trägt. Ich zum Beispiel, lasse Hugo weitestgehend ohne Maulkorb laufen, wenn ich jedoch andere Hunde sehe, mache ich ihn gerne um. In der Zeit, wo er ihn nicht trägt, muss ich ihn aber verstauen, sodass ich nun immer eine Tasche trage, in der der Maulkorb Platz findet.
Trotzdem ist der Drahtmaulkorb für uns die beste Wahl. Wir wollen einen Maulkorb der uns eine hohe Sicherheit, hinsichtlich möglicher Beißereien bietet, einen guten Tragekomfort und die Möglichkeit zu hecheln oder auch Wasser damit aufzunehmen. Und ich muss sagen, ich war überrascht wie leicht unserer doch ist, ich hätte einen schweren erwartet. Unser Maulkorb hat außerdem ein Polster im Bereich des Nasenrückens, damit dieser angenehm zu tragen ist.

Ausreichend Platz zum Hecheln, Trinken

Da Hugo den Maulkorb im Zweifelsfall nicht nur 10 Minuten tragen soll, sondern gegebenenfalls auch länger oder auch im Sommer, ist es wichtig, dass der Maulkorb ausreichend Platz bietet, das Maul zu öffnen umso adäquat hecheln, trinken oder auch kauen zu können. Wie oben schon erläutert, ist der Tragekomfort von Material zu Material unterschiedlich. Die Nylonmaulkörbe sind auf Grund der fehlenden Möglichkeit des Hechelns nicht zu empfehlen. Bei allen anderen Materialien sollte darauf geachtet werden, dass der Hund genügend Spielraum hat.

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Der Zweck, die Nutzung

Welchen Zweck soll der Maulkorb erfüllen? Soll er wirklich schützen oder quasi nur als „Alibi“ dienen? Wie zum Beispiel beim Bahnfahren, Fähren oder anderen Gegebenheiten wo eine Maulkorbpflicht besteht.
Genauso kann ein Maulkorb dafür eingesetzt werden, um den Hund daran zu hindern, unkontrolliert „Müll“ bei einem Spaziergang zu fressen.
Je nach Einsatzgebiet, kann die Wahl des Maulkorbs unterschiedlich sein. Wenn ich einen Maulkorb nur für Gelegenheiten nutzen möchte, wo eine Maulkorbpflicht besteht (z.B. Busfahrt) reicht sicherlich auch ein Maulkorb aus Leder oder Kunststoff. Das gleiche gilt für die Hunde, die am unkontrollierten Fressen gehindert werden sollen.
Geht es jedoch um die Sicherheit, einen Hund am Beißen von Personen oder anderen Hunden zu hindern, gibt es meiner Meinung nach keine bessere Alternative als einen Drahtmaulkorb.

Brachycephale Rassen

Einige Rassen, wie Möpse, französische oder englische Bulldoggen finden auf Grund der Kopfform noch schwerer einen geeigneten Maulkorb. Eine Möglichkeit für diese Rassen bietet ein sogenannter Kopfmaulkorb, diese werden komplett über den Kopf gezogen und dann am Halsband befestigt. Durch die Form können diese Maulkörbe nicht abgesteift werden und bei einer guten Passform kann der Hund auch hecheln oder trinken.

Maulkorbtraining

Egal für welche Variante man sich entscheidet, ein sorgfältig aufgebautes Maulkorbtraining ist essentiell, damit der Hund den Maulkorb ganz selbstverständlich trägt und nicht versucht diesen abzustreifen.
Denn durch dieses Abstreifen, kann der Hund mit den Krallen im Maulkorb hängen bleiben und im schlimmsten Fall sich eine Kralle dadurch ausreißen.

Doch wie baue ich nun so ein Training am besten auf?
Idealerweise sollte man dafür etwas Zeit dafür einplanen.
Anfangs haben wir Hugo damit vertraut gemacht. Das heißt, wir haben den neuen Gegenstand in die Wohnung auf den Boden gelegt und Hugo den Maulkorb gezeigt.

Im zweiten Schritt, sollte man sich mit dem leckersten Leckerbissen bewaffnen. Das kann z. B. Käse, Leberwurst, Fleischwurst oder wie bei einer Bekannten auch Banane sein. Wir haben uns für Fleischwurst in Würfel und später für Leberwurst aus der Tube entschieden, weil das so schön praktisch ist.
Angefangen haben wir damit, dass ein Stückchen Wurst in den Maulkorb gelegt wurde und Hugo mit der Schnauze in den Maulkorb rein musste, um an den Leckerbissen zu gelangen. Das haben wir mehrmals täglich wiederholt. Selbstverständlich haben wir ihn fleißig gelobt und ihm das Gefühl gegeben, dass er der tollste Hund der Welt ist. Ziel ist es, den Maulkorb positiv zu bestärken.

Im Folgenden haben wir den Maulkorb kurz umgelassen, nachdem Hugo sich die Wurst geschnappt hat. Wir haben den Maulkorb jedoch nicht verschlossen! Er ist nur mit der Schnauze rein, Wurst gefressen, kurz gewartet und dann wieder ab. Auch das haben wir mehrmals täglich wiederholt.

Im nächsten Schritt, haben wir die Schnalle verschlossen. Die Zeitabstände waren anfangs sehr kurz, diese haben wir immer weiter verlängert. Das war der Zeitpunkt an dem wir auf Leberwurst umgestiegen sind. Wir haben ihn belohnt, indem wir die Tube von vorne an den Maulkorb gehalten haben, während des Tragens.
Jegliche Abstreifversuche haben wir mit einem deutlichen „Nein“ sofort unterbunden.

Wir haben den Maulkorb immer weiter eingebunden. Wenn Kuschelzeit war, wurde vorher der Maulkorb umgemacht. Die Highlights gab es quasi nur mit Maulkorb.

Anschließend haben wir das Training nach draußen verlegt. Er bekam den Maulkorb zum Beginn des Spaziergangs für 5 Minuten um und am Ende auch wieder. Anfangs konnte Hugo weder schnüffeln, noch seine Geschäfte verrichten mit dem Maulkorb. Jedoch schon nach dem zweiten Außentraining hat er begonnen ganz normal damit zu schnüffeln etc.

Zuletzt haben wir einen kompletten Spaziergang mit Maulkorb unternommen, was wunderbar geklappt hat. Anfangs hat Hugo immer mal versucht sich den Maulkorb abzustreifen, das haben wir genauso wie in der Wohnung, rigoros unterbunden.

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Insgesamt muss ich sagen, hat die Gewöhnung an den Maulkorb wunderbar geklappt und ich bin froh, dass wir das Thema angegangen sind. Auch wenn die Hundetrainerin sagt, dass Hugo wahrscheinlich keinen anderen Hund verletzten wurde. So bin ich damit einfach deutlich entspannter. Ich muss mir nicht mehr so viel Sorgen machen, dass Hugo einen anderen Hund beißen könnte. Das kommt uns beiden zugute.

Und seit dieser Woche nimmt Hugo auch am „therapeutischen Hundespaziergang“ teil, bei dem er natürlich auch einen Maulkorb tragen muss. Aber was soll ich sagen, der erste Termin verlief ganz wunderbar. Ich war so aufgeregt und in meinen Gedanken spielten sich schon die schlimmsten Beißereien ab aber nichts von alledem geschah. Hugo war so perplex, dass er außer einigen Knurrereien nichts gemacht hat und so mit 9 anderen Hunden zusammen einen zwei Stunden Spaziergang unternommen hat. Natürlich war er noch ziemlich gestresst und wurde einfach ins kalte Wasser geworfen aber ich hoffe, dass er beim zweiten Termin schon entspannter ist.

Trägt dein Hund auch mal Maulkorb? Oder hast du vor, mit einem Maulkorbtraining zu starten?

Ich bin schon ganz gespannt auf deine Erfahung.

Deine Anja

2 thoughts on “So findest du den richtigen Maulkorb für deinen Hund

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