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Öle in der Hundeernährung

Wie sind Öle aufgebaut? Welche Eigenschaften haben Öle?

Öle spielen in der Hundeernährung eine essentielle Rolle. In meinem heutigen Artikel erkläre ich dir wie Fette aufgebaut sind, warum das Verhälnis der Omega-3-Fettsäuren und Omega-6-Fettsäuren so wichtig ist und ich stelle dir verschiedene Öle vor. Also los gehts. Jegliches Fett ist aus verschiedenen Fettsäuren aufgebaut, die auch als aliphatische Carbonsäuren bezeichnet werden.

Man unterscheidet sie zum einen nach ihrer Molekülgröße (kurz-, mittel- und langkettige Fettsäuren) und zum anderen nach ihren speziellen chemischen Bindungen (gesättigte und ungesättigte Fettsäuren).

Gesättigte Fettsäuren sind ganz einfach zu erkennen: Sie sind bei Zimmertemperatur fest. Dazu gehören alle tierischen Fette, Palmkernfett und Kokosfett.

Bei den ungesättigten Fettsäuren wird es schon etwas komplizierter. Es gibt einfach ungesättigte, zweifach ungesättigte und mehrfach ungesättigte Fettsäuren. Allen gemeinsam ist, dass sie bei Zimmertemperatur flüssig sind.

Einfach ungesättigte Fettsäuren, wie beispielsweise die Ölsäure sind in Olivenöl, Rapsöl, in vielen Nüssen und Samen enthalten. Einfach ungesättigte Fettsäuren sind nicht essentielle Fettsäuren für Hunde. Das bedeutet, diese Fettsäuren kann der Körper selbst herstellen.

Mehrfach ungesättigte Fettsäuren kann der Körper dagegen nicht selbst herstellen, sie sind daher essentiell und müssen dem Körper in ausreichender Menge zugeführt werden. Ein Mangel an essentiellen Fettsäuren führt zu diversen Mangelerscheinungen wie zum Beispiel Hautveränderungen, Infektanfälligkeit, Wachstumsstörungen, Haarausfall und einem Mangel an Blutplättchen.

Omega-3 und Omega-6-Fettsäuren

Bekannte Fettsäuren in der Hundeernährung sind die Omega-3 und Omega-6-Fettsäuren. Essenziell für Hund und Katze sind die Omega-3-Fettsäure, Alpha-Linolensäure und die Omega-6-Fettsäure, Linolsäure. Im Katzenfutter muss außerdem die Gamma-Linolensäure und Arachidonsäure vorhanden sein. Diese essentiellen und mehrfach ungesättigte Fettsäuren, werden in die Zellmembran der Körperzellen eingebaut und nehmen viele wichtige Funktionen im Körper wahr, wie zum Beispiel in der Entzündungsreaktion.

Die Omega-3-Fettsäuren

Zu den wichtigsten Omega-3-Fettsäuren gehören:

  • die α-Linolensäure (ALA),
  • die Eicosapentaensäure (EPA)
  • die Docosahexaensäure (DHA)

Sie erfüllen viele unterschiedliche Funktionen im Körper. So sind sie vor allem für die Entwicklung bei heranwachsenden Hunden und Katzen, das Gehirn, Haut- und Fellstoffwechsel, das Immunsystem, als Botenstoffe und als Vorstufen von Hormonen wichtig. Außerdem gibt es sowohl physiologisch als auch krankheitsbedingte Situationen, in den der Bedarf an Omega-3-Fettsäuren ansteigt. Entzündungsgeschehen sind da wahrscheinlich das bekannteste Beispiel, aber genauso gilt dies bei Allergien, Stress, Nierenerkrankungen (akut und chronisch), Hauterkrankungen oder bei der Wundheilung (auch nach Operationen, wie etwa Kastration).

Auch bei Tumoren und Autoimmunerkrankungen gibt es Hinweise auf einen erhöhten Bedarf. So helfen Omega-3-Fettsäuren bei chronischer Niereninsuffizienz den renalen Hochdruck durch Senkung von PGE2 zu reduzieren oder haben einen positiven Effekt auf die atopische Dermatitis. Wie oben schon angeführt, können im Köper die Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA aus alpha-Linolensäure hergestellt werden.

Bei Katzen sieht das anders aus, denn sie können im Gegensatz zu Hunden, Linolsäure nicht zu der essentiellen Fettsäure Arachidonsäure umwandeln. Die dazu benötigten Enzyme sind bei Katzen nur in geringer Menge vorhanden und/ oder zu wenig aktiv. Öle in der Hundeernährung, www.vetdogs.de, www.vet-dogs.de

Die Omega-6-Fettsäuren

Zu den wichtigsten Omega-6-Fettsäuren gehören:

  • die Linolsäure
  • die Gamma-Linolensäure (GLA)
  • Arachidonsäure

Vor allem die Linolsäure übernimmt im Körper wichtige Aufnahmen. Aus Linolsäure kann der Organismus unter anderem die wichtige Arachidonsäure herstellen. Dies gilt jedoch nicht für Katzen. Sie sind nicht in der Lage diese Fettsäure selbst zu bilden. Für Katzen ist sie also eine essentielle Fettsäure.

Arachidonsäure ist die Ausgangssubstanz der Eicosanoide, zu den Prostaglandine, Thromboxane, Prostacycline, Lipoxine und Leukotriene gehören. Die Eicosanoide haben im Körper vielfältige Aufgaben, sie sind unter anderen für die Senkung des Blutdrucks verantwortlich und spielen so eine entscheidende Rolle bei der Prävention und Behandlung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Auf diese Funktion wurde man dadurch aufmerksam, dass Eskimos, die viel Fisch essen, kaum zu Herzerkrankungen neigen, obwohl sie sich hochkalorisch und fettreich ernähren. Außerdem hemmen die Eicosanoide die Sekretion von Magensäure, dadurch wird die Magenschleimhaut vor Geschwüren geschützt. Omega-6-Fettsäuren wie die Arachidonsäure kommen hauptsächlich in tierischen Fetten vor.

Die Linolsäure findet man reichlich in Getreidesamen und Pflanzenölen wie Sonnenblumen, Mais, Soja und Sesam. Reich an Gamma-Linolensäure sind die Samen von Borretsch, Nachtkerze und schwarzer Johannisbeere. Öle in der Hundeernährung, www.vetdogs.de, www.vet-dogs.de

Das Verhältnis der Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren

Jetzt wird es etwas komplizierter.

Entscheidend ist nämlich nicht nur die Aufnahme essentieller Fettsäuren über die Nahrung, sondern auch, dass das Verhältnis der Fettsäuren untereinander optimal ist. Je höher der Anteil an Omega-3-Fettsäuren und je geringer der Anteil an Omega-6-Fettsäuren, desto optimaler ist das Öl.

So sollte ein Verhältnis der Omega-6- zu Omega-3-Fettsäuren von 5:1 bis maximal 10:1 nicht überschritten werden.

Warum ist das richtige Verhältnis so wichtig?

Da die in den meisten Futtermitteln enthaltenden Fettsäuren der Omega-6-Gruppe angehören, entsteht oft ein Verhältnis von 25:1 und mehr. Dies hat zur Folge, dass vermehrt die entzündlichen Eicosanoide der Arachidonsäure gebildet werden.

Je höher der Anteil der Omega-3-Fettsäuren im Futter, desto mehr werden gering entzündliche Eicosanoide aus der Reihe der EPA-Säure gebildet. Da die zwei Gruppen der Fettsäuren um das gleiche Enzymsystem konkurrieren, verdrängen die Omega-3-Fettsäuren (sofern in ausreichendem Maße vorhanden sind) die Omega-6-Fettsäuren und es werden somit weniger entzündliche Eicosanoide gebildet. Ich habe dir das in dem unten aufgeführten Schaubild verdeutlicht. So kann über das Futter Einfluss auf die entzündlichen Veränderungen genommen werden, dies ist insbesondere bei Hunden mit Haut- oder Gelenkproblemen (Arthrose) wichtig.

Tritt nun im Körper eine Entzündung auf, werden in den Zellmembranen die Phospholipasen aktiviert, die aus den Phospholipiden freigesetzt werden und diese werden anschließend zur Eicosanoidsynthese weiter metabolisiert. Abhängig von der Art der freigesetzten Fettsäure werden verschiedene Typen der Eiocosanoide gebildet. Wichtige Bausteine in der Synthese der Eicosanoide sind die Arachidonsäure (AA) aus der Omega-6-Familie und die Eicosapentaensäure aus der Omega-3-Familie (EPA).

Aus der Arachidonsäure werden Prostaglandine der 2-er Reihe, Thromboxan A2 und Leukotrien der 4-er Reihe gebildet. Sie wirken entzündungsfördernd, gefäßverengend, immunsuppressiv und fördern die Zusammenlagern der Blutplättchen.

Aus der Eicosapentaensäure werden Prostaglandine der 3er-Reihe, Thromboxan A3 und Leukotrien, der 5er-Reihe metabolisiert, die als entzündungshemmend, gefäßerweiternd, nicht immunsuppressiv und wenig wirksam auf das Zusammenlagern der Blutplättchen gelten, metabolisiert. So wirken sie entzündungshemmend. Öle in der Hundeernährung, www.vet-dogs.de, www.vetdogs.de

Nebenwirkungen der Omega-3-Fettsäuren

Grundsätzlich ist die Anwendung der Öle sehr sicher und es treten nur selten Nebenwirkungen auf. Mögliche Nebenwirkungen sind beispielsweise bei einer Überdosierung Durchfall oder Blähungen.

Wenn dein Hund an Problemen der Bauchspeicheldrüse leidet, solltest du vor der Verfütterung Rücksprache mit deinem Tierarzt halten, da dein Hund ansich eher fettarm ernährt werden sollte. Leidet dein Hund an Blutgerinnungsstörungen oder nimmt Medikamente zur Blutverdünnung, sollte ebenfalls Rücksprache mit dem Tierarzt gehalten werden. Denn die Fettsäuren EPA und DHA können die Blutungsneigung weiter erhöhen.

Warum die Qualität der eingesetzten Öle so wichtig ist

Bei Ölen, die man in der Hundeernährung einsetzt, sollte man auf eine sehr gute Qualität achten. Bei der Herstellung der Öle kommen zwei Herstellungsverfahren in Frage.

Raffinierte Öle und kaltgepresste Öle.

Öle, die bei der Verarbeitung erhitzt werden, wie es bei vielen besonders günstigen Ölen der Fall ist, verlieren beim Herstellungsprozesse die Inhaltsstoffe, wie: Vitamine und essentielle Fettsäuren. Nicht kaltgepresste Öle werden durch Extraktion/ Raffination gewonnen.

Während kaltgepresste Öle durch Pressung bei max. 40 Grad Celsius hergestellt werden. Raffinierte Öle sind also stark verarbeitete Öle, die etliche Arbeitsprozesse durchlaufen.

Bei kaltgepressten Ölen gibt es nur einen einzelnen Arbeitsgang, die mechanische Pressung mit anschließender Filtration. Weil bei der mechanischen Pressung nur geringe Wärme entsteht, bleiben die Geschmacksstoffe, Vitamine, Mineralstoffe, Fettsäuren, sekundäre Pflanzenstoffe und Geruchsstoffe erhalten. Die Ölausbeute ist so allerdings wesentlich geringer, was sich im Preis von kaltgepressten Ölen widerspiegelt. Bio-Öle sind dabei besonders empfehlenswert. Und nebenbei haben Öle aus biologischem Anbau den Vorteil, dass man sie natürlich auch für sich selbst nutzen kann, schließlich nehmen wir Menschen ebenfalls oft zu wenig gute ungesättigte Fettsäuren zu uns.

So bewahrst und lagerst du dein Öl richtig

Kaltgepresste Öle mit einem hohen Anteil ungesättigter Fettsäuren werden schnell ranzig. Und je höher der Anteil an ungesättigten Fettsäuren, desto schneller verdirbt das Öl, wenn es geöffnet ist. Öle in der Hundeernährung, www.vet-dogs.de, www.vetdogs.de Trotzdem solltest du auch diese Öle nicht länger als 10 Wochen nutzen nach der Öffnung verwenden.

Öle sollten immer in dunklen Behältnissen kühl aufbewahrt werden. Nicht nur der direkte Kontakt mit Sauerstoff treibt die Oxidation, also das ranzig werden des Öls voran, sondern auch Lichteinstrahlung.

Einzige Ausnahme: Natives Kokosöl kann in lichtdurchlässigen Behältnissen aufbewahrt werden, denn es enthält mehr (gesunde) gesättigte Fettsäuren als ungesättigte.

Während des Oxidationsprozesses, also während das Öl ranzig wird, entstehen freie Radikale, besondere Sauerstoffverbindungen. Sie sind der Grund, warum du auf keinen Fall ranziggewordene Öle füttern solltest. Denn freie Radikale können Zellschäden verursachen, also u.a. Alterungsprozesse beschleunigen. Außerdem stehen sie im Verdacht, Krankheiten auszulösen oder beschleunigen zu können, oft werden sie auch mit Krebserkrankungen in Verbindung gebracht. Wie weit Zersetzungsprozesse im Öl bereits fortgeschritten sind, sieht, riecht und schmeckt man leider nicht immer. Deswegen solltest du das Öl innerhalb einiger Wochen aufbrauchen.

Allgemeine Öle für die Hundeernährung

Im Folgenden möchte ich dir einige der gängigsten Öle, die in der Hundeernährung eingesetzt werden, vorstellen. Natürlich gibt es noch viele andere Öle mit wertvollen Inhaltsstoffen. Die “allgemeinen” Öle können gut als Basis-Öl eingesetzt werden, da diese herrvoragende Inhaltstoffe aufweisen. Daneben gibt es noch Öle, die häufig aus einem bestimmten Grund eingesetzt werden. Als Beispiel sei hier das Borretschöl genannt. Es wird häufig begleitend zur Behandlung von Hautkrankheiten eingesetzt.

Das Hanföl

Gepresst wird Hanföl aus den Samen der Hanfpflanze. Dazu angebaut und genutzt werden nur Hanfpflanzen, die unter 0,3% THC enthalten, die Nutzung ist also unbedenklich. Hanföl enthält über 80% einfach und mehrfach ungesättigte Fettsäuren. Das Verhältnis von Omega-6 zu Omega-3-Fettsäuren beträgt in etwa 4:1, was als besonders günstig angesehen wird.

Die Hauptbestandteile:
Linolsäure , ca. 50-60 % Omega-6-Fettsäure
γ-Linolensäure, ca. bis 4 % Omega-6-Fettsäure
α-Linolensäure, bis 25 % Omega-3-Fettsäure
Ölsäure, ca. 10-15% Omega-9-Fettsäure
Palmitinsäure, ca. 7 %

weitere Inhaltsstoffe: Tocopherole (Vitamin E), Stearinsäure, Stearidonsäure

Das Leinöl

Leinöl wird aus Leinsamen, also den Samen der Flachs-Pflanze gewonnen. Das Öl gehört zu den ältesten heimischen Ölen. Durch seinen extrem hohen Gehalt an ungesättigten Fettsäuren verdirbt Leinöl sehr rasch.

Gerade deswegen ist es bei Leinöl besonders wichtig, auf eine gute Qualität zu achten. Es sollte auf eine kaltgepresste Herstellungsweise geachtet werden. Das Mindesthaltbarkeitsdatum bei wirklich frisch gepresstem Leinöl liegt bei ca. 3 Monaten nach der Pressung.

Je älter Leinöl wird, desto bitterer schmeckt es. Wenn die Flasche erstmal angebrochen ist, solltest du es kühl lagen, zum Beispiel im Kühlschrank. Du kannst es sogar ins Eisfach legen. Es friert nicht ein, aber die Oxidationsprozesse werden so deutlich verlangsamt.

Was du ebenfalls tun kannst: Das Öl mit Vitamin E ergänzen (z. B. durch Vitamin B Tropfen), auch das verlängert die Haltbarkeit.

Die Hauptbestandteile:
α-Linolensäure, ca. 56-70 % Omega-3-Fettsäure
Linolsäure, ca. 12-18 % Omega-6-Fettsäure
Ölsäure, ca. 10-22% Omega-9-Fettsäure

weitere Inhaltsstoffe: Tocopherole (Vitamin E), Stearinsäure (2-3 %), Palmitinsäure (4-6 %)

Leinöl ist hell bis kräftig gelb.

Das Lachsöl / Fischöl

Diese Öle liefern deinem Hund reichlich EPA-/DHA. Hergestellt wird es aus dem Fischfleisch bzw. den Fischkörpern. Nach dem Fang werden die Filets für den Verzehr herausgetrennt, der übrige Fisch wird zerkleinert, zentrifugiert und die festen von den flüssigen Bestandteilen getrennt. Das so gewonnene Öl wird gefiltert und abgefüllt. Auch hierbei besonders wichtig: Die schonende Verarbeitung bei niedrigen Temperaturen!

Die Hauptbestandteile:
Eicosapentaensäure (EPA), ca. 9-14% Omega-3-Fettsäure
Docosahexaensäure (DHA), ca. 8-12 % Omega-6-Fettsäure
Ölsäure, ca. 20-28% Omega-9-Fettsäure
Linolsäure, ca. 5-9% Omega-6-Fettsäure

weitere Inhaltsstoffe: Erucasäure, Stearidonsäure, Palmitinsäure, Arachidonsäure

Gutes Lachs- bzw. Fischöl riecht und schmeckt ein wenig fischig, aber nicht penetrant. Die Farbe reicht von hell-rötlich bis zu einem kräftigen Rot. Auch bei Lachs- oder Fischöl ist es sinnvoll, das Öl zusätzlich mit Vitamin E als Antioxidant zu stabilisieren.

Der Dorschlebertran

Dorschlebertran bzw. Lebertran ist das aus der Fischleber gewonnenes Öl. Es enthält wie reines Fischöl die ungesättigten Omega-3 Fettsäuren EPA und DHA, aber vor allem auch fettlösliche Vitamine, nämlich A und D. Ein Mangel an Vitamin A äußert sich in vermindertem Haarwachstum, Haarausfall und stärkerer Verhornung der Haut. Das Besondere daran ist das fast ideale Verhältnis zueinander, in dem die beiden Vitamine in Lebertran enthalten sind.


Die Hauptbestandteile:
Eicosapentaensäure (EPA), ca. 11 % Omega-3-Fettsäure
Docosahexaensäure (DHA), ca. 9 % Omega-6-Fettsäure
Ölsäure, ca. 25 % Omega-9-Fettsäure
Palmitinsäure, ca. 11 %

weitere Inhaltsstoffe: Eicosensäure, Cetoleinsäure, Palmitoleinsäure

Dorschlebertran enthält sehr wenig natürliche Antioxidantien, so dass auch hier eine Stabilisierung des Öls mit Vitamin E sinnvoll ist.

Das Weizenkeimöl

Weizenkeimöl enthält zwar im Vergleich zu anderen Ölen einen eher geringen Anteil an Omega-3-Fettsäuren, ist aber nichtsdestotrotz ein empfehlenswertes Öl, da es das Pflanzenöl mit dem höchsten natürlichen Anteil an Vitamin E (Tocopherolen) ist. Vitamin E wirkt als Antioxidans und schützt die Haut. Folgen einer Unterversorgung sind beispielsweise vermehrte Schuppenbildung oder Hautentzündungen.

Die Hauptbestandteile:
Linolsäure, ca. 55 % Omega-6-Fettsäure
Ölsäure, ca. 14 % Omega-9-Fettsäure
α-Linolensäure, ca. 7 % Omega-3-Fettsäure
Tocopherole, ca.200-300 mg pro 100 ml Öl

weitere Inhaltsstoffe: Palmitinsäure, Stearinsäure

Gewonnen wird das Öl aus den Keimlingen des Weizenkorns. Es ist intensiv rötlich durch die enthaltenen Carotinoide und schmeckt getreidig-nussig. Vorsicht bei Allergien gegen Getreide – in diesen Fällen sollte auch Weizenkeimöl nicht gefüttert werden.

Besondere Öle in der Hundeernährung

Manche Öle haben besondere Inhaltsstoffe, die in der Ernährung gezielt eingesetzt werden können. Die nachfolgenden Öle werden eher gezielt zur Unterstützung eingesetzt, beispielsweise zur Unterstützung von Fell- und Hautstoffwechsel, zur Verdauungsförderung oder zur Parasiten-Abwehr. Im Folgenden zeige ich dir einige davon auf. Beachte, dass dies nur eine Auswahl darstellt.

Das Borretschöl

Das Besondere an Borretschöl ist der extrem hohe Anteil an γ-Linolensäure, eine dreifach ungesättigte Omega-6-Fettsäure. Es gibt kein anderes Öl, dass einen so hohen Anteil aufweist. Die γ-Linolensäure ist eine der selteren Fettsäuren. Neben Borretschöl haben auch noch Nachtkerzenöl, schwarzes Johannisbeersamenöl und Hanföl einen hohen Anteil an γ-Linolensäure. Das diese Fettsäure für den Körper so wertvoll ist, liegt unter anderem an zwei Eigenschaften: Zum einen kann sie entzündliche Prozesse äußerst positiv beeinflussen. Außerdem wirkt sie günstig auf den Haut- und Fellstoffwechsel, es kann daher, z. B. bei Ekzemen oder anderen entzündlichen Hauterkrankungen eingesetzt werden.

Die Hauptbestandteile:
Linolsäure, ca. 40 % Omega-6-Fettsäure
γ-Linolensäure, ca. 21 % Omega-6-Fettsäure
Ölsäure, ca. 17 % Omega-9-Fettsäure
Tocopherole, ca.70-100 mg pro 100 Gramm Öl

weitere Inhaltsstoffe: Palmitinsäure, Erucasäure

Das Nachtkerzenöl

Ähnlich wie Borretschöl beinhaltet Nachtkerzenöl einen hohen Anteil γ-Linolensäure. Der Anteil ist zwar nicht ganz so hoch wie beim Borretschöl, dafür sind im Nachtkerzenöl weniger ungesättigte Fettsäuren zu finden. Außerdem wird Nachtkerzenöl traditionell zur Unterstützung des weiblichen Hormonhaushalts angewendet, also z. B. bei Hündinnen mit einer Neigung zu Scheinschwangerschaften. Erwähnenswert ist auch der Gehalt an natürlichem Vitamin E, darunter vor allem das besonders gut verwertbare alpha-Tocopherol.

Die Hauptbestandteile:
Linolsäure, bis zu 75 % Omega-6-Fettsäure
γ-Linolensäure, ca. 9 % Omega-6-Fettsäure
Ölsäure, ca. 7 % Omega-9-Fettsäure
Tocopherole, ca.55-60 mg pro 100 Gramm Öl

weitere Inhaltsstoffe: Palmitinsäure (ca. 6 %), Stearinsäure (ca. 2%)

Das Schwarzkümmelöl

Genau wie Nachtkerzenöl und Borretschöl überwiegen beim Schwarzkümmelöl die Omega-6-Fettsäuren. Schwarzkümmelöl hat mehrere hervorstechende Inhaltsstoffe, dass es von etlichen anderen Pflanzenölen unterscheidet:

  • einen hohen Anteil an ätherischen Ölen,
  • der für Schwarzkümmel spezifische Pflanzenstoff Thymoquinon
  • die selten vertretende 2-fach ungesättigte Eicosadiensäure

Schwarzkümmelöl werden viele positive Effekte zugeschrieben, wie eine entzündungshemmende Wirkung. Das im Schwarzkümmelöl enthaltende Thymoquinon kann die Bildung bestimmter Entzündungsstoffe hemmen. Außerdem kann Schwarzlümmelöl zur Zeckenprophylaxe angewendet werden.

Die Hauptbestandteile:
Linolsäure, ca. 56 % Omega-6-Fettsäure
Ölsäure, ca. 24 % Omega-9-Fettsäure
Palmitinsäure, ca. 12  %

weitere Inhaltsstoffe: Stearinsäure, ätherische Öle, Tocopherole

Schwarzkümmelöl riecht und schmeckt sehr intensiv nach Kümmel. Die Farbe ist ebenso intensiv, nämlich ein kräftiges Braun-Rot.

Das Kokosöl

Kokosöl ist das einzige Öl in dieser Auflistung, das mehr gesättigte Fettsäuren als ungesättigte Fettsäuren aufweist.

Eine Besonderheit des Kokosöls ist, dass es erst bei Temperaturen über 25 Grad Celsius flüssig wird, darunter als feste Masse vorliegt. Trotzdem ist Kokosöl ein ungemein nützliches und extrem wertvolles Öl. Und zwar aufgrund seines Anteils an der Laurinsäure, die ungefähr die Hälfte des Öles ausmacht. Denn Laurinsäure scheint auf Zecken, Milben und Würmer eine abstoßende Wirkung zu haben. In meinen Artikel zu den unterschiedlichen Möglichkeiten der Zeckenprophylaxe, schreibe ich auch über das Kokosöl. Eine regelmäßige Zufütterung scheint sich aber positiv auf das Darmmilieu auszuwirken, und etwas Kokosöl im Fell zur Prophylaxe gegen Zecken zu verteilen, kann auf keinen Fall schaden.

Was besonders wichtig ist, wenn du Kokosöl füttern möchtest: Es muss sich um reines, natives Kokosöl handeln, am besten in Bio-Qualität. Das, was im Handel oft günstig als Kokosfett zum Braten verkauft wird, sind Ölmischungen, in denen raffiniertes Kokosöl verwendet wird, zum Teil gemischt mit billigen, gehärteten Fetten. Und das ist weder für Tier noch Mensch sonderlich empfehlenswert. Kokosöl riecht ganz zart nach Kokos. Ein raffiniertes Kokosöl erkennst du daran, dass es nach nichts riecht.

Die Hauptbestandteile:
Laurinsäure, ca. 44-51 %
Mystirinsäure, ca. 17-21 %
Palmitinsäure, ca. 18-11 %

weitere Inhaltsstoffe: Caprylsäure, Caprinsäure, Ölsäure (ca. 5-8 %)

Das Krillöl

Krillöl wird aus einer Krebsart, genauer aus antarktischen Mini-Garnelen gewonnen. Sie enthalten viele wertvolle Inhaltsstoffe wie Omega-3-, 6- und 9-Fettsäuren, Phoshorlipiden und Antioxidantien. Daneben venthält es viel Vitamin A und E, sowie Astaxanthin. Astaxanthin hat starke antioxidative Eigenschaften und kann helfen freie Radikale zu eliminieren.

Die Hauptbestandteile: Eicosapentaensäure (EPA), ca. 28 % Omega-3-Fettsäure Docosahexaensäure (DHA), ca. 18 % Omega-6-Fettsäuret gesättigte Fettsäuren ca. 24 %

weitere Inhaltsstoffe: Astaxanthin, Cholin, Triglyceride

Ölmischungen in der Hundeernährung

Es gibt mittlerweile zahlreiche Ölmischungen, die sehr unterschiedliche Zusammensetzung aufweisen. Entweder handelt es sich um Fischöl, die mit einem Öl mit besonderen Eigenschaften kombiniert wird und mit zusätzlichem Vitamin E versetzt sind. Andere kombinieren unterschiedliche Pflanzenöle miteinander. Welche Ölmischung du nutzen möchtest, hängt vom individuellen Bedarf, persönlichen Vorlieben und dem Einsatzzweck ab. Du kannst Ölmischungen aber natürlich auch aus einzelnen Ölen und Vitamin E selbst herstellen. Vorteilhaft sind beispeilsweise:

  • Lachsöl und Weizenkeimöl, eventuell kombiniert mit Kokosöl
  • Lachsöl und Nachtkerzenöl
  • Krillöl, Hanföl und Borretschöl

Fütterungsempfehlungen

In der Hundeernährung, macht es Sinn, zwischen 1 oder 2 Omega-3-lastigen Öle zu wechseln und gegebenenfalls mit einem speziellen Öl zu kombinieren. Sinnvolle Kombinationen habe ich dir oben aufgeführt.

Allgemein gilt, dass man 0,5 Gramm bis 1 Gramm Öl pro Kilogramm Körpergewicht pro Tag verfüttern kann.

Je kleiner dein Hund ist, desto weniger Flaschen solltest Du gleichzeitig öffnen – denn wenn nur sehr kleine Mengen benötigt werden, dann ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass das Öl ranzig geworden ist, bevor du alle Flaschen zu Ende aufgebraucht hast.


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