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Die Verdauung des Hundes – Das passiert in deinem Hund

In meinem heutigen Artikel geht es um die Verdauung des Hundes. Ich erkläre euch wie der Magendarmtrakt aufgebaut ist und wie  die Verdauung des Hundes im Einzelnen funktioniert.
Mich erreichen wöchentlich zahlreiche Anfragen zu Fütterungs- oder Verdauungsproblemen, sodass ich es sinnvoll finde, wenn man mehr über die anatomischen und physiologischen Funktionen des Verdauungstakts weiß.
Ich wünsche dir viel Spaß beim Lesen.

Die Verdauung des Hundes – Der anatomische Aufbau und die Physiologie des Magendarmtraktes beim Hund

Die Maulhöhle und Rachen

Die Verdauung des Hundes beginnt hier – in der Maulhöhle. Zähne und Zunge bilden den überwiegenden Teil der Maulhöhle. Am hinteren Ende grenzt der Schlundkopf (Pharyx), in dem sich Atem- und Verdauungstrakt kreuzen. Die Zungenoberfläche ist mit feinen Papillen besetzt. Dazwischen liegen die Geschmacksknospen, das sind Rezeptoren, mit deren Hilfe der Geschmack der Nahrung wahrgenommen werden kann. Man unterscheidet insgesamt 5 verschiedene Rezeptoren (salzig, sauer, bitter, süß und umami (wahrgenommener Geschmackseindruck durch die Aminosäure Glutamat und bestimmte Nukleotide).
Der Speichel wird in den Speicheldrüsen gebildet und gelangt in die Maulhöhle. Die Speicheldrüsen selbst (Glandula mandibula und sublingualis) liege rechts und links im hinteren Bereich der Unterkiefer.
Mit Hilfe der Zähne und Zunge gelangt das Futter in die Maulhöhle. Hunde nehmen schlingfähige Stücke ohne gründliches Kauen ab und schlucken dieses rasch hinunter. In der Maulhöhle wird das Futter mit Speichel vermischt und zerkleinert. Im Gegensatz zum menschlichen Speichel, enthält der Speichel von Hunden keine Verdauungsenzyme. Der Speichel dient ausschließlich der Befeuchtung und damit zur besseren Gleitfähigkeit. Die Speichelproduktion kann dabei schon durch einen äußerlichen Reit ausgelöst werden, z.B. wenn dein Hund das Futter sieht oder riecht (Pawlowscher Reflex).
Angrenzend an die Maulhöhle befindet sich der Pharynx, der Rachen oder Schlundkopf. In diesem Abschnitt kreuzt sich der Verdauungs- und der Atmungstrakt. Hier wird die Nahrung und die Luft in den jeweils richtigen Weg geleitet. Nach dem Abschlucken des Futters, gelangt dieses über den Rachen in die Speiseröhre. Dabei verschließt das Gaumensegel die Luftröhre und verhindert so ein versehentliches Abschlucken in die Luftröhre.

Die Speiseröhre

Die Speiseröhre (Ösophagus) ist ein muskulöser, dehnbarer Schlauch der die Maulhöhle und Rachen mit dem Magen verbindet. Die Speiseröhre zieht von der linken Halsseite kommend durch die Brusthöhle und das Zwerchfell in die Bauchhöhle und endet im Magen. Durch eine kontrollierte Bewegung (Kontraktion) der Muskulatur erfolgt der Transport der Nahrung in den Magen, man bezeichnet das auch als Peristaltik.

Der Magen – Der erste Schritt zur Verdauung

Der Magen (Gaster oder Ventriculus) ist eine sackartige Erweiterung des Verdauungstraktes. Der Eingang (Kardia) und der Ausgang (Pylorus) des Magens werden durch starke Muskeln verschlossen.
Insgesamt wird der Magen in verschiedene funktionelle Abschnitte eingeteilt:

  • Mageneingang (Kardia)
  • Magenkörper (Fundus oder Corpus)
  • Antrum (ampullenartige Ausweitung  kurz vor dem Magenausgang)
  • Magenausgang (Pylorus)

Der Magen ist insgesamt stark dehnbar. Im nüchternen Zustand liegt der Magen des Hundes innerhalb des Rippenbogens und kann nicht von außen getastet werden. Seine Längsachse liegt annähernd quer zur Körperlängenachse des Hundes. Je nach Füllung des Magens kann dieser sich bis zur 13. Rippe und weiter ausdehnen. Insgesamt hat der Magen ein Fassungsvermögen je nach Körpergröße des Hundes zwischen 0,5 bis 8 Liter.

Die Gesamtdauer der Verdauung des Hundes beträgt durchschnittlich 12-30 Stunden. Wobei rund 80 % der Zeit auf die Dickdarmpasssage entfallen.

Der Magen ist mit einer Schleimhaut überzogen, die in Falten liegt. Je nach Füllungsgrad verstreichen diese Falten. Am Mageneingang liegt ein Bereich mit Drüsen (die Kardiadrüsenzone) hier wird Schleim und Sekret gebildet. Im mittleren Magenabschnitt (Fundus) wird neben Schleim der eigentliche Magensaft produziert. Dieser Magensaft enthält im Wesentlichen Wasser, eiweißspaltende Enzyme (Pepsinogen und Pepsin), Schleim (Muzin), Salzsäure und Bikarbonat. Am Magenausgang (Pylorus) befindet sich noch eine weitere Drüsenzone (die Pylorusdrüsenzone) auch hier werden Verdauungsenzyme und Schleim gebildet.
Erst im Magen wird die eigentliche Verdauung eingeleitet. Hier erfolgt insbesondere die Verdauung der Proteine. Der Magensaft dringt dabei in das Futter ein und verflüssigt es zunehmend. Durch die Eigenbewegung des Magens wird der Mageninhalt und die Magensäure weiter vermischt. Die Zellen der Magenschleimhaut bilden das sogenannte Pepsinogen, eine inaktive Vorstufe von Pepsin, ein Enzym zur Proteinverdauung. Durch den niedrigen pH -Wert des Magens (der durch die Salzsäure entsteht) wird das Pepsinogen in Pepsin umgewandelt. Pepsin spaltet die Proteine an ganz bestimmten Stellen und wirkt optimal bei einem pH-Wert von 1,5-3,5.

So dass eine Beeinträchtigung der Säureproduktion im Magen zu einer verringerten Pepsinaktivität führt und das wiederum zu einer schlechteren Proteinverdauung. Der niedrige pH-Wert tötet außerdem Bakterien und weitere, mit dem Futter aufgenommene, Mikroorganismen ab.
Auch die Fettverdauung startet bereits im Magen. Sie erfolgt durch eine magenspezifische Lipase (fettspaltendes Enzym). Die gebildeten Schleimstoffe  schützen die Magenschleimhaut vor der Eigenverdauung.
Durch ein rhythmisches Zusammenziehen der Muskulatur (Kontraktion) wird der Nahrungsbrei langsam und schubweise in den Darm transportiert. Die Muskulatur am Magenausgang (Pylorus) reguliert diesen Vorgang und verhindert zusätzlich, dass der Futterbrei wieder zurück in den Magen gelangt. Stark zerkleinerte, sowie fett- und faserarme Nahrungsmittel passieren den Magen sehr schnell. Bindegewebige und fettreiche Nahrungsbestandteile verweilen deutlich länger im Magen.
Anschließend an den Magen liegt der Dünndarm des Hundes.

Der Dünndarm – Hier ist die Verdauung des Hundes im vollen Gange

Die Verdauung des Hundes im eigentlichen Sinne, beginnt hier – im Dünndarm. Dieser ist insgesamt ungefähr dreieinhalb Mal länger als die Körperlänge. Er ist insgesamt der längste Darmschnitt. Den Dünndarm kann man in verschiedene Abschnitte einteilen:

  • Zwölffingerdarm (Duodenum)
  • Leerdarm (Jejunum)
  • Krummdarm (Ileum)

Den Anfang bildet der Zwölffingerdarm (Duodenum). Er hat die Form eines Hakens und umgibt die Bauchspeicheldrüse. Kurz hinter dem Magenausgang münden Gallen- und Bauchspeicheldrüsengang in den Dünndarm. Der längste Abschnitt des Dünndarms ist das Jejunum (Leerdarm) dieser füllt den größten Teil des Bauchraums zwischen Magen und Beckeneingang aus und ist an der oberen Bauchwand durch ein Gekröse (aus Bildegewebe bestehendes Aufhängeband) verbunden. Das Ileum (Krummdarm) ist das kürzeste Stück und mündet an der Grenze zwischen Blinddarm und Dickdarm (Colon). An seinem Ende bildet es eine ventilartige Klappe (Ileocaecalklappe) die verhindert, dass der Futterbrei wieder zurück in den Dünndarm gelangt.

Die Dünndarmschleimhaut ist mit zahlreichen Zotten und tiefen Einkerbungen (Krypten) ausgestattet. Diese wiederum sind mit Epithelzellen (Enterozyten) überzogen. Und die Enterozyten wiederrum besitzen zahlreiche fingerförmige Ausstülpungen (Mikrovilli genannt).
Die Enterozyten besitzen die Fähigkeit, Nährstoffe aus dem Darm zu absorbieren.

Durch die Zotten und die Mikrovilli vergrößert sich die Resorptionsfähigkeit um auf das 600- fache!

Die Oberfläche der Enterozyten wird auf Grund seines Aussehens auch als Bürstensaum bezeichnet.
In der Schleimhaut selbst liegen zahlreiche kleine schlauchförmige Drüsen, die sogenannten Lieberkühn Drüsen – diese bilden den Darmsaft.
Zwischen den Zellen liegen verschiedene Proteine, die dafür sorgen, dass die Darmwand für Bakterien und andere große Moleküle undurchlässig bleibt.
Im Dünndarm wird der Nahrungsbrei so stark zerkleinert, dass alle Nahrungsbestandteile von den Zellen aufgenommen werden können.

Die Proteinverdauung

Im Wesentlichen findet hier die Proteinverdauung, die Verdauung der Kohlenhydrate und Fette statt. Außerdem werden Mineralstoffe und Vitamine aus dem Futterbrei aufgenommen. Damit dies effektiv klappt, wird wie oben schon erwähnt, in den Drüsen des Dünndarms und in der Bauchspeicheldrüse entsprechende Sekrete gebildet. Dieser Darmsaft enthält neben Schleimstoffen auch Mineralien und Enzyme. Die Bauchspeicheldrüse bildet außerdem wichtige Enzyme für den Protein-, Fett- und Kohlenhydratabbau. Zusätzlich enthält es einen hohen Gehalt an Bikarbonat. Bikarbonat selbst ist stark alkalisch und puffert somit die Salzsäure ab und schafft optimale Bedingungen, dass die Enzyme im Dünndarm wirken können. Die in der Leber gebildete Galle unterstützt die Fettverdauung indem sie die Fette emulgiert (durchmischt). Dadurch können die fettspaltenden Enzyme besser wirken.

Die Proteinmoleküle kommen durch das Pepsin im Magen bereits grob vorzerkleinert im Dünndarm an. Durch das jetzt herrschende alkalische Klima verliert das Pepsin seine Wirkung. Jedoch können nun, durch den pH-Wert Anstieg andere Proteinenzyme, wie Trypsin und Chymotrypsin (beides in der Bauchspeicheldrüse gebildet) wirken. Damit auch diese Enzyme nicht zu einer Selbstverdauung führen, werden diese zunächst als eine inaktive Vorstufe gebildet und in den Dünndarm angegeben. Erst am Wirkungsort werden die Enzyme, durch eine Abspaltung eines Amonisäurenstücks  aktiviert. Die Proteine werden bis in einzelne Aminosäuren abgebaut und dann von der Schleimhaut resorbiert. Dies erfolgt über sogenannte Trägermoleküle. Hochverdauliche Proteine (z. B. Muskelprotein) werden zu über 90 % verdaut.

Die Verdauung der Kohlenhydrate

Die Verdauung der Kohlenhydrate beginnt erst im Dünndarm. Zucker (Glucose) liegt als Monosaccarid bereits in resorbierbarer Form vor und wird schnell und vollständig von den Schleimhautzellen, über spezifische Transportsysteme aufgenommen.
Disaccharide (2 Zuckermoleküle) müssen zunächst am Bürstensaum mittels Enzyme in Einzelzuckermoleküle (Glucose) zerlegt werden und können dann wieder resorbiert werden.
Laktose (Milchzucker) wird durch die Laktase (Enzym) in Glucose (Zucker) und Galaktose gespalten. Die Laktaseaktivität ist bei säugenden Welpen am höchsten und nimmt im Erwachsenenalter stark ab. Somit können erwachsene Hunde nur noch im geringen Umfang Milchzucker spalten und vertragen Milchzucker üblicherweise nicht gut.

Bei der Aufnahme von mehr als 2 g Laktose (ca. 50 ml Milch) entwickeln viele Hunde bereits Durchfall, da die Laktose unverdaut in den Dickdarm gelangt und dort durch Mikroorganismen abgebaut wird.

Stärke wird durch das Enzym, Pankreasamylase in kleinere Bruchstücke gespalten (Oligo- und Disaccharide). Im nächsten Schritt werden diese dann in einzelne Glucose- (Zucker) Bausteine zerlegt und können dann wieder resorbiert werden. Die aufgenommenen Zuckermoleküle werden entweder direkt als Energiequelle genutzt oder ins Blut abgegeben.

Die Fettverdauung

Unter den Nahrungsfetten macht vor allem das Triglycerid ein Hauptteil aus. Diese werden mit Hilfe der Gallensäuren zunächst mit dem wässrigen Darminhalt vermischt(Emulgieren). Dadurch vergrößert sich die Oberfläche der Fette und sie bieten den Enzymen mehr Angriffsfläche. Die Triglyceride werden zu Monoglyceriden und Fettsäuren abgebaut und bilden zusammen mit den Gallensäuren kleine Kügelchen, die sogenannten Mizellen. In den Mizellen zeigen die wasserlöslichen Teile nach außen und die fettlöslichen nach innen. In diesem Zustand können die Mizellen über die Darmschleimhaut aufgenommen werden. Dies geschieht im gesamten Dünndarm passiv per Diffusion. Die Gallensäuren werden schließlich im Ileum (Krummdarm) aus dem Darminhalt zurückresorbiert, in der Leber recycelt und wieder in die Galle abgegeben – fantastisch, oder?

In den Darmzellen selbst entstehen zunächst wieder Triglyceride, die anschließend von speziellen Transportproteinen in die Lymphgefäße und von dort in den Blutkreislauf abgegeben werden. Kurz- und mittelkettige Fettsäuren gelangen direkt ins Blut. Insgesamt werden Fette sehr effizient verdaut und zeigen eine Verdaulichkeit von rund 90 %. Wobei Fette mit einem hohen Anteil an ungesättigten Fettsäuren besser verdaut werden als Fette mit einem hohen Anteil gesättigter Fettsäuren.

Die Resorption von Mineralien unf Vitaminen

Mineralstoffe werden hauptsächlich im Dünndarm, z.T. aber auch im Dickdarm resorbiert. Manche Mineralstoffe, wie Kupfer müssen aktiv, über energieverbrauchende Transportmechanismen resorbiert werden, andere werden über spezifische Transportsysteme (wie Kupfer) aufgenommen oder die Aufnahme erfolgt passiv mittels Diffusion.

Fettlösliche Vitamine (A, D, E und K) werden nur zusammen mit Fett aufgenommen. Wasserlösliche Vitamine werden im Dünndarm absorbiert. Die Lokalisation der Vitaminaufnahme ist dabei vom jeweiligen Vitamin abhängig. Folsäure wird beispielweise im vorderen Abschnitt des Dünndarms resorbiert, während Vitamin B 12 (Cobalamin) im hinten Teil des Dünndarms aufgenommen wird.

Im Dünndarm wird ein Großteil des Wassers, das über Trinkwasser, Speichen und Verdauungssekrete geflossen ist, wieder aufgenommen.

Der Dickdarm – Eine gesunde Mikroflora ist das A und O

Der Dickdarm des Hundes lässt sich in drei Abschnitte unterteilen:

  • Der Blinddarm (Caecum)
  • Der Grimmdarm (Kolon)
  • Der Mastdarm (Rektum)

Alle drei Abschnitte sind im Vergleich zu den Pflanzenfressern, wie Pferd, Kaninchen oder Meerschweinchen sehr kurz und einfach aufgebaut. Alle Nahrungsbestandteile, die im Dünndarm nicht resorbiert werden konnten, gelangen über die Ileoceacalkappe vom Ileum in den Dickdarm. Der Blinddarm (Caecum) ist das blind endende Anfangsteil des Dickdarms. Das Kolon bildet den Hauptteil des Dickdarms. Das Rektum (Enddarm) bildet eine flaschenartige (ampullenartige) Erweiterung und dient als Speicher für den Darminhalt. Bei zunehmender Füllung werden Druckrezeptoren angeregt, die den Kotdrang auslösen. Durch ein Zusammenziehen der Muskulatur des Rektums (Kontraktion) und gleichzeitiges Erschlaffen der Schließmuskeln erfolgt der Kotabsatz. Die Bauchpresse unterstützt diesen Vorgang.

Die Schleimhaut im Dickdarm weist Krypten auf, die überwiegend mit sogenannten Becherzellen ausgekleidet sind, sie hat aber keine Zotten, wie es im Dünndarm der Fall war. Die Hauptaufgabe der Becherzellen ist es Schleim zu produizeren. Auch hier liegt die Schleimhaut in Falten, die je nach Füllungsgrad komplett verstreichen.

Die Mikrooganismen im Darm

Pflanzliche Faserstoffe können, teilweise unter Bildung von kurzkettigen Fettsäuren, durch körpereigene oder durch Enzyme der Darmbakterien abgebaut werden.

Der Darmkanal selbst ist physiologischerweise immer von Darmbakterien besiedelt. Dabei handelt es sich um eine Mischung aus Bakterien, Protozoen (Einzeller) und Pilzen. Vorrangig der Dickdarm ist mit Mikroorganismen besiedelt. Wobei die Zusammensetzung der Mikrooganismen  stark abhängig von Nahrungszusammensetzung, Proteinqualität, Proteinmenge, Fasergehalt und vielem mehr, ist.

Unter physiologischen Bedingungen hat die Mikroflora ein stabiles Gleichgewicht mit dem Wirtsorganismus und unterstützt ihn bei der Verdauung.

Besonders die bakteriell produzierten Enzyme, die fermentierbare pflanzliche Faserstoffe abbauen können, sind von Bedeutung. Die dabei entstehenden kurzkettigen Fettsäuren (Buttersäure) werden als Energielieferant für die Darmzellen genutzt. Beim bakteriellen Abbau der im Dünndarm nicht verdautem Nahrungsproteinen, sowie körpereigene Proteine, die mit Sekreten und Schleim in den Darm gelangt sind, entstehen als Abbauprodukte: Ammoniak, Schwefelwasserstoff und biogene Amine.

Außerdem findet im Dickdarm die Wasserresorption statt. Durch diese Resorption und die der Elektrolyten (Natrium, Chlorid etc.) wird der Darminhalt stark eingedickt und fester.
Alle hochverdaulichen Nahrungskomponenten werden nahezu vollständig im Dünndarm resorbiert. Alle anderen Substrate gelangen in den Dickdarm und werden dort durch bakterielle Enzyme weiter abgebaut.

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Die Verdauung des Hundes

Der Verdauungstrakt hat ein eigenes Immunsystem

Der Verdauungstrakt des Hundes hat ein eigenes Immunsystem – die sogenannten Peyerschen Platten im Ileum. Dieses Immunsystem schützt den Darm einerseits gegen krankmachende Bakterien und schädliche Umwelteinflüsse. und zum anderen sorgt es für eine immunologische Toleranz. Das bedeutet, dass bestimmte, mit dem Futter aufgenommene Antigene und die physiologische Darmflora von dem Immunsystem toleriert werden. Wenn hier eine Störung vorliegt, können sich beispielsweise Allergien entwickeln.

Die Leber und Bauchspeicheldrüse – Wichtige Helfer bei der Verdauung des Hundes

Die Leber und Pankreas sind Anhangsdrüsen des Verdauungstrakts und für die Verdauung des Hundes essentiell.

Die Leber (Hepar) liegt direkt hinter dem Zwerchfell, nahezu vollständig im Brustkorb und ist in verschiedene Lappen gegliedert. Die von der Leber gebildete Galle ermöglicht die Fettverdauung und die Ausscheidung bestimmter, schlecht wasserlöslichen Substanzen. Zwischen den Leberlappen befindet sich die Gallenblase. Sie dient als Speicherorgan der Galle. Der Abfluss der Galle erfolgt über den sogenannten, Ductus choledochus (Hauptgallengang) in das Duodenum (erster Abschnitt des Dünndarms).

Die Bauchspeicheldrüse (Pankreas) liegt dicht an der Leber, Magen und Zwölffingerdarm (Duodenum). Man kann sie in einen Körper und einen rechten, sowie linken Schenkel einteilen. Man unterscheidet das exokrine von der endokrinen Pankreas. Die exokrine Pankreas bildet ein Sekret, dass einerseits viel Bikarbonat enthält und somit die Magensäure abpuffert und andererseits viele verschiedene Verdauungsenzyme, durch die eine effektive Verdauung erst möglich wird.

Die Verdauung des Hundes ist gleichermaßen interessant wie komplex. Faszinierend wieviele Komponeten Hand in Hand arbeiten, um jegliche Futterbestandteile in ihre Einzelteile zu zerlegen und daraus letztenendlich Energie und Baustoffe zu erhalten.

Doch manchmal läuft die Verdauung des Hundes nicht so perfekt ab. Durchfall, Blähungen, große Kotmengen, gehäufter Kotabsatz können einige dieser Probleme sein. Bei leichten Verdauungsproblemen, kann man als Hundebesitzer aktiv werden und versuchen, die Darmflora wieder in ein  Gleichgewicht zu bringen.

Wie kann ich die Verdauung des Hundes positiv beeinflußen?

Präbiotika

Bestimmte Futterbestandteile fördern eine gute Darmgesundheit – sogenannte Präbiotika. Hierzu zählen fermentierbaren Nahrungsfasern, wie

  • Fructo-Oligosaccharide (FOS),
  • Pektine (aus Apfel und Möhre),
  • Inulin (z.B. aus Chicorée, Artischocke) und
  • Zuckerrübenschnitzel.

Diese Komponenten sind per Se unverdaulich und können nur von bestimmten, für den Körper nützliche, Bakterien als Nahrungsquelle genutzt werden. Durch das Zufüttern dieser Futterbestandteile fördert man deren Wachstum im Dickdarm. Die Anzahl der „guten“ Bakterien nimmt zu und gleichzeitig werden  die potentiell schädlichen Bakterien (z. B. Clostridien) zurück gedrängt. Verstärkt wird dieser Effekt dadurch, dass bei der Fermentation kurzkettige Fettsäuren entstehen. Diese führen zu einer Ansäuerung des Darminhaltes und das schafft wiederrum schlechtere Umgebungsbedingungen für die „schlechteren“ Bakterien. Zusätzlich dienen die kurzkettigen Fettsäuren der Ernährung der Darmzellen und unterstützen somit deren Heilungsprozess. Nahrungskomponeten, die selektiv das Wachstum „guter“ Bakterien unterstützen, werden als Präbiotika bezeichnet.

Pobiotika

Als Probiotika werden lebende Mikroorganismen bezeichnet, von denen nach oraler Aufnahme eine gesundheitsfördernde Wirkung ausgeht. Sie sollen die Bildung unerwünschter Mikroorganismen hemmen, die Darmschleimhaut schützen, können zu einer Verkürzung der Durchfalldauer führen und fördern den Abbau von Milchzucker (Laktose).

Bei Durchfällen, die durch Medikamente, wie Antibiotika oder Wurmkuren aufgetreten sind, können Probiotika vorbeugend wirken oder die Dauer der Erkrankung verkürzen.

Dabei handelt es sich um bestimmte Enterokokken, Laktobazillen, Bifidobakterien oder bestimmte Hefen. Vorrausetzung für eine gute Wirksamkeit ist, dass die Probiotika die Darmpassage gut überstehen. In den dazu geführten Studien konnte belegt werden, dass die Probiotika einen positiven Einfluss auf die Verdauung hatten.  So konnte beispielsweise festgestellt werden, dass die Kotkonsistenz und die mikrobielle Zusammensetzung des Kotes sich verbesserte. Zusätzlich gab es Hinweise darauf, dass sie einen positiven Effekt auf das Immunsystem im Ganzen haben.

Andere Futterinhaltsstoffe unterstützen die Heilungsprozesse im erkrankten Magen-Darmtrakt – einige Beispiele:

Zeolith

Beispielsweise Zeolith, ein Tonerdemineral, es bildet einen schützenden Film auf der Oberfläche der Darmschleimhaut und absorbiert überschüssiges Wasser und Giftstoffe (z. B. Toxine, die von Bakterien gebildet werden).

Flohsamen

Flohsamen (Psyllium) enthält lösliche Fasern, die zum einen von den Darmbakterien fermentiert werden können und zum anderen können Flohsamen eine große Menge an Wasser aufnehmen, dadurch bildet sich ein visköses Gel, dass die Darmwand mechanisch schütz und die Darmpassage reguliert.

MOS

Mannan-Oligosaccharide (MOS) wird aus Hefezellen gewonnen und hemmt die Anheftung schädlicher Bakterien an die Darmschleimhaut. Gleichzeitig stimuliert es das Immunsystem der Darmschleimhaut. So fördert es die Bildung von Immunglobulinen A, Antikörper, die als erste „Verteidigungslinie“ an den Schleimhäuten dienen.

EPA und DHA

Eikosapentaensäure (EPA) und Dokosahexaensäure (DHA) sind langkettige Omega-3-Fettsäuren und in hohen Mengen in Fischöl enthalten. Sie wirken regulierend auf Entzündungsreaktionen.

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Leidet dein Hund auch an Verdauungsproblemen? Oder hast du weitere tolle Tipps um die Verdauung des Hundes zu unterstützen? Dann hinterlass mir doch einfach ein Kommentar. Ich freu mich drauf.

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Du interssierst dich auch für andere Krankheitsthemen beim Hund? Dann schau doch mal hier vorbei. In meinem Artikel zum Mastzelltumor beim Hund, erfährst du alles Wichtige zu dieser häufig auftretende Tumorerkrankung.

 

 

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